[Update] So nutzt ihr eure neuen Rechte & wehrt euch gegen Score-Fallen! 🤓 Der neue SCHUFA-Score ist da! Alle 12 Kriterien & das Punktesystem im Überblick!
Das neue System ist zwar transparenter, kann euch aber unter Umständen für Mobilität (Umzüge) oder Sparverhalten (häufige Tarifwechsel) bestrafen. So wehrt ihr euch:
- Gratis-Check statt Abo: Die Schufa vermarktet oft kostenpflichtige Auskünfte. Ihr habt jedoch ein gesetzliches Recht auf eine kostenlose Datenkopie (jetzt oft unter dem Begriff „Dateneinsicht“ versteckt). Prüft diese regelmäßig auf Fehler!
- Euer Recht auf Korrektur: Falsche oder veraltete Einträge (z. B. längst gelöschte Privatinsolvenzen) müssen gemäß DSGVO (Art. 16 & 17) sofort korrigiert oder gelöscht werden. Das ist der schnellste Weg, um euren Score zu pushen.
- Mensch vor Maschine: Laut EuGH-Urteil darf ein Algorithmus nicht allein über euren Kredit entscheiden. Wird ein Antrag abgelehnt, verlangt ihr eine menschliche Prüfung durch die Bank.
- Erklärt eure Situation: Ein Umzug für einen besseren Job mag den Score kurzfristig senken, verbessert aber eure reale Bonität. Ein Sachbearbeiter kann die starre Logik des Algorithmus manuell überschreiben und euch den Kredit trotz Schufa-Knick bewilligen.
Seit dem 17. März 2026 setzt die SCHUFA auf ein neues System: Der neue SCHUFA-Score ist gestartet. Laut einer Pressemitteilung der SCHUFA vom selben Tag handelt es sich um einen vollkommen transparenten Score, der den seit 2008 bestehenden Basisscore für alle Verbraucherinnen und Verbraucher ersetzt. Ziel der Neuausrichtung ist es, dass ihr eure Bewertung jederzeit digital einsehen und dank eines Punktesystems sogar selbst nachrechnen könnt.
Wie der neue SCHUFA-Score aufgebaut ist, welche Faktoren laut SCHUFA ab sofort zählen und welche Nachteile die Verbraucherzentrale NRW im neuen Score weiterhin sieht, erläutern wir euch in diesem Ratgeber.

Neuer SCHUFA-Score: Diese 12 Kriterien entscheiden über eure Bonität!
Die SCHUFA hat die Berechnung des Scores grundlegend verändert – der neue Score löst nun den bisherigen Basis-Score sowie die 6 verschiedenen Branchen-Scores ab. Einsehen könnt ihr euren Score jetzt auf verschiedenen Wegen: in der neuen SCHUFA-App (Anleitung weiter unten), in den SCHUFA-Abo-Produkten (meineSCHUFA.de), der bonify-App und darüber hinaus weiterhin in der Datenkopie nach Art. 15 DSGVO.
Statt der früher über 100 Faktoren entscheiden laut SCHUFA ab sofort diese zwölf Kriterien über eure Bonität.
- Zahlungsstörungen: Euer bisheriges Zahlungsverhalten bei Rechnungen und Krediten.
- Alter des ältesten Bankvertrags: Die Dauer eures am längsten geführten Kontos.
- Alter der ältesten Kreditkarte: Wie lange ihr eure älteste Karte bereits nutzt.
- Alter der aktuellen Adresse: Die Beständigkeit eures Wohnortes.
- Alter des jüngsten Rahmenkredits
- Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten: Aktivitäten in den letzten zwölf Monaten.
- Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs: Relevante Anfragen aus Handel oder E-Commerce im letzten Jahr.
- Aufgenommene Ratenkredite: Anzahl neuer Kredite in den vergangenen zwölf Monaten.
- Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite: Die Dauer eurer aktuellen finanziellen Bindungen.
- Kreditstatus: Der Status eurer laufenden Ratenkredite.
- Immobilienkredit: Ob ihr aktuell ein Eigenheim oder eine Wohnung finanziert.
- Vorliegen einer Identitätsprüfung: Die Bestätigung eurer Identität bei der SCHUFA.
Punkte statt Prozent: Die Gewichtung beim neuen SCHUFA-Score
Das neue System verzichtet auf die bisherigen Prozentwerte. Die neue Skala reicht laut SCHUFA von 100 bis 999 Punkten. Je höher die Punktzahl, desto höher schätzt die SCHUFA eure Bonität ein. Auch, wie die einzelnen Kriterien den Score beeinflussen, sprich: wie viele Punkte bei welchem Kriterium wodurch erreicht werden, könnt ihr anhand des Punktesystems erkennen und bei der SCHUFA im Detail nachlesen.
Kriterium 1: Der Einfluss von Zahlungsstörungen
Dieses Kriterium spielt eine zentrale Rolle. Wer keine Zahlungsstörungen vorzuweisen hat, erhält hier laut SCHUFA das Maximum von 264 Punkten. Bei offenen Zahlungsstörungen wird demnach gar kein Score berechnet, sondern nur die Information über die Störung an Unternehmen übermittelt. So entwickelt sich die Punktzahl laut SCHUFA nach der Erledigung (Bezahlung) einer Forderung:
- Erledigte Störung (frisch bezahlt): 100 Punkte
- Erledigte Störung (nach 1 Jahr): 135 Punkte
- Erledigte Störung (nach 2 Jahren): 152 Punkte
Wichtig zu wissen: Informationen über bezahlte Forderungen werden für drei Jahre taggenau gespeichert. Zudem wirken sich Inkassoanfragen laut SCHUFA für zwölf Monate negativ auf den Score aus.
Kriterien 2 bis 4: Alter von Verträgen und Adresse
Beständigkeit wird im neuen System belohnt. Für eine Kreditkarte, die ihr bereits seit zwölf Jahren besitzt, erhaltet ihr laut SCHUFA 74 von 81 möglichen Punkten. Die volle Punktzahl wird nach 15 Jahren erreicht. Auch das Alter des ältesten Bankvertrags sowie das Alter der aktuellen Adresse fließen in die Berechnung ein.
Kriterien 5 bis 7: Kurzfristige Aktivitäten
Hier werden eure finanziellen Bewegungen in der jüngeren Vergangenheit (meist zwölf Monate) betrachtet. Dazu gehören das Alter des jüngsten Rahmenkredits sowie die Anzahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten. Auch Anfragen außerhalb des Bankensektors werden hier berücksichtigt, beispielsweise bei Telekommunikationsunternehmen.
Kriterien 8 bis 12: Kredite und Identität
Aufgenommene Ratenkredite, deren Anzahl im letzten Jahr und die längste Restlaufzeit bilden weitere Bausteine. Ein bestehender Immobilienkredit wird laut SCHUFA pauschal mit 55 Punkten bewertet. Weitere Kritierien sind der allgemeine Kreditstatus (offener, kein, erledigter oder nicht erledigter Ratenkredit) sowie das Vorliegen einer Identitätsprüfung, welche die Datenbasis absichert.

Anleitung: So schaltet ihr euren SCHUFA-Account frei
Um euren persönlichen Score und die Erläuterungen zur Berechnung einzusehen, könnt ihr euch laut SCHUFA Pressemitteilung vom 17.03.2026 digital und natürlich kostenlos registrieren:
- Plattform wählen: Besucht die Web-Anwendung auf app.schufa.de oder nutzt die neue SCHUFA-App (iOS/Android).
- Registrierung starten: Die Registrierung ist laut SCHUFA kostenfrei.
- Identität nachweisen: Dies erfolgt entweder über den Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion (eID) für den sofortigen Zugriff oder per PIN-Brief per Post.
- Score einsehen: Im Account könnt ihr euren Score jederzeit digital abrufen. Die Daten werden jeweils zu Beginn eines neuen Quartals aktualisiert.
Einführung des neuen SCHUFA-Scores bei Unternehmen: Übergangsphase bis 2028
Obwohl ihr euren neuen SCHUFA-Score ab sofort einsehen könnt, stellen Unternehmen laut SCHUFA erst schrittweise um. Aktuell nutzen demnach rund 25 Prozent der Firmen, die vorher Branchen-Scores genutzt haben, das neue System – vor allem aus den Bereichen Banken, Handel und E-Commerce. Bis Ende 2026 sollen es etwa 50 Prozent sein. Für eine geordnete Umstellung hat die SCHUFA eine Übergangsfrist bis Ende 2028 festgelegt.
Kritische Stimmen: Warum die Verbraucherzentrale NRW weiter Nachteile sieht
Trotz der neuen Transparenz äußert die Verbraucherzentrale NRW auch Skepsis bezüglich des neuen SCHUFA-Scores. Vor allem für bestimmte Gruppen sehen die Experten dort laut Pressemitteilung vom 13.03.2026 weiterhin systematische Nachteile, selbst wenn ihr euch finanziell immer korrekt verhalten habt.
Hier sind die Hauptgründe für die Kritik der Verbraucherzentrale NRW:
-
Hürden für junge Leute: Aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW stehen die Chancen auf einen guten Wert im neuen SCHUFA-Score für junge Leute schlecht. Der Grund: Ihr konntet euch im Wirtschaftsleben schlicht und einfach noch nicht lange genug beweisen.
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Wohnortwechsel als Minuspunkt: Wer ausbildungs- oder berufsbedingt häufiger umzieht, wird beim neuen Score abgestraft, es zählt das Alter der aktuellen Adresse. Die Experten der Verbraucherzentrale NRW kritisieren, dass dies auch Personen trifft, die jede Rechnung pünktlich bezahlen.
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Bestrafung für Preisbewusstsein: Auch wer Angebote vergleicht und in der Folge gern mal den Anbieter wechselt, muss laut Verbraucherzentrale NRW mit Punktabzügen rechnen.
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Fehlerhafte Daten: Das Risiko möglicher falscher Einträge, etwa durch unberechtigte Meldungen von Inkassobüros, ist laut Verbraucherzentrale NRW weiterhin gegeben. Hier müsst ihr den Experten zufolge oft mühsam selbst aktiv werden, um Korrekturen durchzusetzen.
Die Verbraucherzentrale NRW rät euch daher dringend, eure Daten regelmäßig zu kontrollieren.
Fazit zum neuen SCHUFA-Score: Schritt nach vorn mit alten Stolpersteinen
Der neue SCHUFA-Score hinterlässt ein gemischtes Bild. Einerseits bietet die Umstellung auf zwölf transparente Kriterien und das Punktesystem bis 999 eine Klarheit, die es in dieser Form bisher nicht gab. Dass ihr nun denselben Wert seht wie die Unternehmen (wobei es bei den Unternehmen, wie erwähnt, eine längere Übergangsphase geben wird) und euren Score im kostenlosen Account jederzeit prüfen könnt, ist ein echter Fortschritt für eure Datenkontrolle.
Andererseits zeigt die Einordnung der Verbraucherzentrale NRW, dass die neue Offenheit nicht automatisch mehr Fairness bedeutet. Das System bestraft laut den Experten weiterhin (durchaus vernünftige) Verhaltensweisen wie den regelmäßigen Anbietervergleich mit anschließendem -wechsel oder berufsbedingte Umzüge. Besonders junge Leute könnten es demnach im neuen System schwer haben, von Beginn an Spitzenwerte zu erreichen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die SCHUFA liefert euch jetzt zwar die Formel für eure Bewertung, doch das allein macht den Inhalt nicht zwangsläufig in jeder Hinsicht fair.
Nutzt die neue Transparenz in eurem Account, um eure Daten im Blick zu behalten, aber seid euch bewusst, dass preisbewusstes Verhalten und Mobilität weiterhin Punkte kosten können.
FAQ: Häufige Fragen zum neuen SCHUFA-Score
Was kostet mich der neue SCHUFA-Account?
Die Registrierung und der Einblick in euren Score sowie die zugehörigen Daten sind laut SCHUFA kostenfrei.
Wann wird mein Score im Account aktualisiert?
Die SCHUFA aktualisiert eure Daten und den daraus resultierenden Punktwert jeweils zu Beginn eines neuen Quartals.
Warum weicht der Score in der App von dem Wert bei meiner Bank ab?
Das liegt an der Übergangsphase. Während ihr bereits den neuen Score seht, nutzen viele Unternehmen noch die alten Branchenscores. Die vollständige Umstellung ist erst für Ende 2028 geplant.
Wie lange beeinflussen mich negative Einträge?
Sobald eine Forderung bezahlt wurde, bleibt sie als erledigte Zahlungsstörung für drei Jahre im System gespeichert. Inkassoanfragen wirken sich dagegen für zwölf Monate negativ aus.
Bringt mir mein Hauskredit Vorteile beim Score?
Ja, ein laufender Immobilienkredit wird laut SCHUFA pauschal mit 55 Punkten positiv gewertet.
Und? Was sagt ihr zum neuen SCHUFA-Score? Habt ihr schon einen näheren Blick auf euren neuen Wert geworfen? Und falls ihr euren Score schon seit längerer Zeit beobachtet: Habt ihr durch die neuen Kriterien Veränderungen in eurem Wert festgestellt?
Berichtet es uns gern in den Kommentaren!
Eure Gerrit vom Team DealDoktor
Quellen:
Gutscheine von meineSCHUFA
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Positive und negative Punkte gibts doch überall. Das System, dass es Jahrelang gab und an dem sich gefühlt die letzten 30 Jahre nichts getan hat, fanden einige auch doof.
Im Grunde kann man alles leicht zusammenfassen, was einen positiven Score erzeugt: Schliesst Verträge und Konten langfristig ab und kündigt nicht immer wieder Konten, nur weil es 10 Euro „Bonus“ bei einer anderen Bank gibt.
Kauft eure Dinge nicht auf Pump und nur das, was ihr euch leisten könnt.
Kontinuität und Zuverlässigkeit gibt nun guten Score.
@Alfonso:
Denke wenn man es nicht übertreibt bekommt man keine Probleme mit zusätzlichen Konten und Kreditkarten.
Nachdem ich die einzelnen Punkte geprüft habe ist es aber wichtig die älteste Kreditkarte und das älteste Girokonto zu behalten.
wer zu lange in einer Wohnung eingemietet ist, und dann umzieht, bekommt satte Minuspunkte. So sinnfrei
nicht umziehen, ewig Girokonto und Kreditkarte halten.
jede weitere konto Eröffnung senkt den score, z.b. vor 3/4 Jahr weiteres Girokonto eröffnet schon ist der score runtergegangen.
Deshalb Vorsicht bei häufigen Kontowechsel (kein altes Konto mehr vorhanden).
@bd37774:
Aber nur kurzzeitig, nach meiner Erfahrung ist nach dem zweiten oder dritten Quartal alles wieder beim alten oder der Score sogar besser als davor
@Arnold:
Das gilt nach dem neuen Score aber nicht mehr.
@Sebastian:
Ich beobachte das einfach mal nach der nächsten Änderung
@bd37774:
Dafür braucht man nun nur 12 Monate warten, wenn man ein Dutzend neue Kreditkarten und 6 neue Bankkonten eröffnet hat und schon ist der Score wieder wie vorher, wenn man die alten nicht kündigt. Heißt: Jemand mit 10 Kreditkarten und einem darüber eingeräumten Kreditrahmen von 20.000 Euro hat den gleichen Score wie der Nachbar mit identischen Daten und nur einer Kreditkarte mit 2.000 Euro Kreditrahmen. Wie sinnvoll.
Habe bonify und habe gesehen das man Punkte bekommt für wie lange man in einer Wohnung schon wohnt. bei mir steht 7 Monate sind aber 8 Jahre?? Was kann ich tun wie kann man das ändern hatte davor hervorragend 99% jetzt 750 Punkte warum? Hat jemand auch das problem das der score schlechter ist wie voher. Habe 0.00€ Schulden keine Kredite am laufen mußte man nicht 900 Punkte haben mindestens. Mmmmmh
@Chris84:
Wenn Daten falsch sind, kann man um Korrektur bitten. Was den Score angeht: Der basiert nicht nur auf persönlichen Faktoren, sondern auch auf statistischen Faktoren. Daher sind sowas wie „kein Zahlungsausfall“ und „kein Ratenkredit“ nur ein kleiner Teil der Faktoren. Woran es liegt, dass der Score jetzt einen bestimmten Wert hat, kann man ja direkt sehen.
@Chris84: Bei mir wurden aus 96% 681 Punkte. Nur noch „akzeptabel“. Z.B. habe ich 0 Punkte bekommen, weil ich keinen Immobilienkredit mehr habe. Abbezahlt – und schon schlechte Punkte. Das darf doch wohl nicht wahr sein
Wurde auch Zeit, das ganze kostenlos zur Verfügung zu stellen!
Für Politiker würde ich einen Schufa Score begrüßen,damit die endlich mal was hinkriegen und nicht private rating Agenturen macheb lassen was sie eillen
Nach der Umstellung gleich eingestuft worden. Interessiert es mich nun mehr: nein.
Bin vor 1 Jahr umgezogen und habe neues Kobro erstellt weil ich geheiratet habe. Habe ich jetzt deswegen einen schlechten Score?
Ja
@Randy44: Ein Umzug und die Eröffnung eines neuen Kontos (aufgrund einer Heirat) können sich auf deinen SCHUFA-Score auswirken, da das „Alter der aktuellen Adresse“ und die „Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten“ zu den Kriterien gehören, die den neuen SCHUFA-Score beeinflussen. Wenn du möchtest, kannst du deinen aktuellen Score direkt über die SCHUFA-App oder andere genannte Wege einsehen.
@DealDoktor (Sandra): Werde ich die Tage machen. Danke
@Randy44: Hoffentlich hast du dann auch einen Immobilienkredit aufgenommen. Dann hättest du 55 Punkte. Wenn du keinen hast oder den schon abbezahlt hast 0 Punkte. Ist schon haarsträubend, wie hier bewertet wird. Das einzig Gute ist, dass man den jetzt kostenlos abfragen kann.
@Jutta W.: Hab kein Immobilienkreidt. Wohnung vor 16 Jahren gekauft und bis zur Heirat lebten da noch Mieter drinne, als die ausgezogen sind, sind wir selbst eingezogen. Ist also schon seit 4 Jahren abgezahlt
@Randy44: Genauso geht es uns auch. Haus vor ewigen Zeiten gebaut. Kredit schon seit Jahren abbezahlt. Und als Dank gibt einem die Schufa 0 Punkte. Hätte man einen Kredit, gäbe es 55 Punkte.
Das größte Problem ist, dass manches schlicht auf Faktoren zurückzuführen ist, die ganz sicher nicht relevant für den Score sind. Zum Beispiel wurde die Amazon Kreditkarte durch den Anbieter gekündigt, weil das Produkt eingestellt wurde. Das hat rein gar nichts mit der Ausfallstatistik zu tun.
Dazu kommt, dass es früher hieß, dass zu viele Kreditkarten für den Score schlecht sind. Daher hatte ich die älteste gekündigt, weil die schlechtere Konditionen als die anderen hatte… Immerhin habe ich eine andere schon 9 Jahre. Nun müssen wir krankheitsbedingt (Rollstuhl) vermutlich bald umziehen, schon ist der Score wieder schlechter.
@Sebastian: Ich muss auch mal Schufa beantragen. Ich hab geheiratat und bin umgezogen und habe ein Gemeinschaftskonto mit meiner Frau eröffnet. Wenn ich jetzt deswegen einen schlechteren Score habe Glückwunsch. Muss mal gucken wie viel das ausmacht
Die Kriterien sind jetzt zwar möglicherweise transparent, aber dennoch nicht fair, da einige Faktoren mit dem Zahlungsverhalten und der Bonität gar nichts zu tun haben. Nicht jeder zieht freiwillig um (neuer Job, Berufsfeld das häufigen Standort-Wechsel fordert, Eigenbedaufkündigung, familiäre Veränderungen), nicht jede(r) will es sich leisten, jahrelang bei einem überteuerten oder unzuverlässigen Handy-, DSL- oder Stromanbieter zu bleiben. Kreditkarten werden mitunter auch von den Firmen gekündigt, weil das Modell so eingestellt werden soll. Oder die Kunden kündigen selbst, weil man plötzlich in deutlich teurere Modelle gedrängt werden soll, die gar nicht den Bedürfnissen entsprechen und nur unnötige Kosten verursachen (Grüße an Ex-Barclays-Kunden). Das sind Faktoren, auf die der Kunde (der Bewertete) häufig keinen Einfluss hat und trotzdem wirke sich diese Dinge negativ aus. Dass preisbewusste Entscheidungen, die auch noch Geld sparen (wie regelmäßigen Wechsel von Handyanbieter oder Energieversorger) mit schlechteren Score bestraft werden, finde ich ehrlich gesagt grotesk. Wenn „Beständigkeit“ das einzige Argument dafür sein soll, wären wir bis heute beständig in der Steinzeit.
Außerdem diskriminiert das System in meinen Augen junge Menschen. Wie soll denn jemand, der 18 oder 19 ist und eine erste Wohnung sucht für irgendetwas langjährige Verträge vorweisen?
@kaddylina:
Fairness ist doch gar nicht der Maßstab. Es geht darum, statistisch die Zahlungsmoral vorherzusagen. Und wenn die statistisch besser ist, wenn jemand selten umzieht, egal aus welchem Grund, dann kann ich das nachvollziehen (auch wenn ich die langen Zeiträume dennoch nicht gut finde).
Das Beispiel Kreditkarten ist viel entscheidender:
Hier hat der Kunde ja ggf. gar keine eigene Wahl und war auch nicht die Ursache. Und solche Faktoren, die auf die Bonität keinerlei Einfluss haben können und auch die Statistik verfälschen, sollten korrigierbar sein. Ich kann mir auch vorstellen, dass es hier juristische Ansatzmöglichkeiten gibt.
@kaddylina: 👍 Und du hast noch die Immobilienkredite vergessen. Wenn du keinen hast, bekommst du 0 Punkte. Hast du einen 55.
Bei dieser Faschoorganisation geht es hauptsächlich um Diskriminierung des Menschen auch der Menschen die schon mal alles verloren haben und versuchen wieder aufzustehen! Und sei es auch mit Krediten! Diese widerwärtige Schufa, geht überhaupt nicht auf Erklärungen ein!
Die verbreiten Unwahrheiten und kennen,weil die nicht mit sich reden lassen, keine wahren Hintergründe einer Insolvenz!
Das es in einem zahlungsunfähigen Land, überhaupt sowas wie Schufa gibt, ist schon merkwürdig…
@Floorman:
Naja, ganz ohne Schufa wären die Konditionen für Kredite für viele schlechter und man müsste allgemein viel mehr Nachweise zu seiner finanziellen Situation bringen als ohnehin schon. Und im Zweifelsfall würde man dann eher abgelehnt als dass ein Risiko eingegangen wird.
Schufa ist und war immer schon der Schritt zum orwellschen Staat. Bleibt alle schön uniformiert und gleichgeschaltet. Wer funktioniert und lieb ist bekommt Punkte. Wer Mainstream lebt und staatstreu ist wird belohnt.
Alle Anderen werden gebranntmarkt.
Wer keine Kredite braucht, und nicht der perversen Wohnungssuche ausgesetzt ist, der braucht auch kaum einen guten Schufa Score.
Aber mal schauen im April wie sich mein Score verändert hat. Bisher war er trotz Anti Mainstream Verhalten überraschenderweise sehr gut.
Mensch vor Maschine: Laut EuGH-Urteil darf ein Algorithmus nicht allein über euren Kredit entscheiden. Wird ein Antrag abgelehnt, verlangt ihr eine menschliche Prüfung durch die Bank.
Erklärt eure Situation: Ein Umzug für einen besseren Job mag den Score kurzfristig senken, verbessert aber eure reale Bonität. Ein Sachbearbeiter kann die starre Logik des Algorithmus manuell überschreiben und euch den Kredit trotz Schufa-Knick bewilligen.
Aber alleine, dass ich sowas machen muss, bringt mich als absoluten Bittsteller in eine komische Situation, finde ich. Auf der anderen Seite für einen Hauskauf würde ich das wahrscheinlich in kauf nehmen, aber bei allem anderen, würde ich darauf verzichten.
Auch wenn man eine menschliche Prüfung verlangt, bin ich mir nicht sicher, ob die Bank meiner Bitte nach kommt.
Ich empfinde das neue System keinesfalls besser / gerechter als das Alte – eher das Gegenteil. 😄