💸 Smartbroker: Lang lebe der König? Oder doch nur ein weiterer Gratis-Broker?

Wer unseren Ratgebern folgt und sich (hoffentlich spätestens seit Mitte März) mit Aktien oder ETFs beschäftigt, der weiß: Hier lassen sich gute Renditen erzielen. Doch wo sollte man sein Vermögen nun lagern – unabhängig davon, bei welchem Broker die Gewinne erzielt wurden? Lohnt sich ein Depotübertrag von Anbietern wie Flatex, welche sich vom Robin Hood der Finanz Szene zum Borussia Hauptsponsor (10 Mio. pro Jahr) gewandelt haben? Was für einen Einfluss haben Strafzinsen oder überhöhte Gebühren für die langfristige Rendite? Und vor allem aber – ist Smartbroker wirklich so gut, wie unzählige Anzeigen in Finanzforen und -zeitschriften glaubhaft machen wollen?

Wieso Smartbroker ein optimaler Mix aus extrem günstigen Gebühren sowie breiter Auswahl an Produkten gelungen ist, immer mehr Features anbietet und somit innerhalb weniger Monate zum König der Broker aufsteigen könnte, erkläre ich in diesem Ratgeber.

Was ist Smartbroker?

Zunächst einmal zu den grundsätzlichen Basics: Smartbroker wird durch die wallstreet:online capital AG betrieben.  Sie ist mit ihren Finanzportalen wallstreet-online, ariva.de, boersennews aber auch finanznachrichten seit mehr als 20. Jahren Marktführer im Bereich Finanzinformationen und vermittelt über die Plattform FondsDISCOUNT.de bereits über 16 Jahre Finanzprodukte – es ist also jede Menge Erfahrung vorhanden. Vor allem aber bedeutet dies auch: Smartbroker kann euch Service bieten, welcher bei anderen Gratis-Brokern zum einen aus Kostengründen, insbesonderer aber auch aufgrund des fehlenden Fachpersonals nicht angeboten werden kann.

Smartbroker Depot eröffnen

Vor allem für mich als „Nerd“ spannend – die enge Verknüpfung zwischen Portalen und Broker ermöglicht einen ganz neuen Austausch an Informationen. So soll es laut Smartbroker-Vorstand Thomas Soltau demnächst möglich sein, direkt aus den Nachrichten-Portalen heraus Aktien zu kaufen – ich könnte mir auch vorstellen dass im Broker dann News zu Depotpositionen angezeigt werden, z.B. wann die nächsten Quartalszahlen erscheinen, Infos oder Nachrichten zum Unternehmen etc pp. Vor allem aber – hier wird es nicht langweilig!

Warum ihr unbedingt die Gebühren im Auge haben solltet…

Wer bei anderen Brokern sein Depot führt, kennt das Spielchen: Die ersten 6 Monate kostet der Trade nur 3,95€, doch ab dem 7. Monat fallen plötzlich 9,95€ pro Trade an. Oder noch schlimmer: neben der erhöhten Fixgebühr beim Aktienkauf kommt eine prozentuale Gebühr von 0,25% on Top, wie es z.B. bei der Consorsbank der Fall ist. Noch ärgerlicher wird es, falls das ursprünglich kostenfreie Depot plötzlich Gebühren nimmt, wie es z.B. bei Flatex der Fall ist: So fallen seit diesem Jahr 0,1% Gebühren pro Jahr auf die verwalteten Wertpapiere an. Bei 50.000€ wären das mal eben 50€ pro Jahr, welche sich leicht durch einen Übertrag vermeiden ließen. Übrigens – nicht nur die 0,1% auf Guthaben fallen an, sondern auch 0,5% Strafzinsen auf Guthaben, bereits ab dem ersten Euro. Heißt also – lasst ihr bei Flatex dauerhaft 20.000€ in Cash liegen, um bei einem Crash zuschlagen zu können, fallen auch hier 80€ Gebühren pro Jahr an.

Wenn die Hand über’s Depot halten doch nur bei der Gebührenvermeidung helfen würde!

Es sind also nicht nur die Tradinggebühren, welche euer Vermögen mindern können – sondern inzwischen auch Gebühren auf Guthaben des Verrechnungskontos sowie Gebühren auf den Wert eures Portfolios! Hier gilt also insbesondere auch für euch: Überprüft, was euer aktuelles Depot auch bei Nichtstun kostet – und erwägt notfalls einen Depotübertrag, denn dieser ist kostenlos und lohnt sich bereits ab der ersten Sekunde, ohne dass ihr groß etwas dafür tun müsst. Übrigens – auch Smartbroker bietet einen Depotübertrag an – das Dokument hierzu findet ihr dort im Formularcenter, um es nach Eröffnung dort einzureichen. Hier lässt sich dann etwas das gesamtes Depot, aber auch einzelne Positionen auswählen. Übrigens – auch Verlustverrechnungstöpfe lassen sich so ganz einfach mitnehmen!

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Smartbroker: Die Gebühren

Aber genug um den heißen Brei geredet – was zählt, sind letztendlich die Gebühren. Und gerade hier kann Smartbroker überzeugen: Das Wichtigste vorab – die aktuellen Gebühren sind dauerhaft – d.h. auch nach 6 oder 12 Monaten wird keine Erhöhung folgen. Im Gegenteil – Smartbroker hat bereits angekündigt die Gebühren weiter zu senken. Aktuell, 28.07.2020, stehen folgende Gebühren auf der Preisliste:

  • ✅ 0€ Ordergebühr auf Gettex, 1€ auf L&S – bei Ordervolumen ab 500€
  • Flatfee von 4€/Order – bei Ordervolumen bis 500€ sowie auf allen inländischen Handelsplätzen
  • Bei nicht-elektr. Handelsplätzen (also nicht Tradegate, Lang & Schwarz, Gettex, Quotrix) teils Fremdspesen
  • Keine Depotgebühren – aber 0,5% Verwahrentgelt (Negativzins) ab Cash-Quote in Höhe von 15%
  • Kostenlose ETF Sparpläne – siehe unten
  • ✅ 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag – z.B. auch auf „Global Internet Leaders  30 R“

Beim Kauf von Aktien könnt ihr euch zudem entscheiden, ob ihr den Marktpreis (Bestens) kaufen möchtet oder lieber eine Limit-Order angebt – für Anfänger ist Marktpreis völlig in Ordnung.

Tipp Bei Gettex, Lang & Schwarz, Tradegate – also elektronischen Handelsplätzen – sowie Premium-Partnern zahlt ihr als Smartbroker-Kunde überhaupt keine Fremdgebühren. Bei anderen deutschen und internationalen Handelsplätzen können jedoch Fremdgebühren hinzukommen. Bei meinem Testkauf fielen z.B. über die Börse Frankfurt bei 470€ Kurswert nicht nur 4€ Gebühren, sondern auch 0,80€ Handelsplatzentgelt sowie 2,92€ variabl. Transaktionsentgelt an. Eine große Auswahl an Handelsplätzen ist zwar gut – ihr solltet jedoch darauf achten wo genau die Order ausgeführt wird.

Was bietet Smartbroker?

Smartbroker ist der der Broker von Deutschlands größter Finanzcommunity. Für mich persönlich schon mal ein großes Plus – Smartbroker ist ein „echter“ Broker mit einer nahezu unbegrenzten Auswahl an Produkten, ohne mir vorschreiben zu wollen welche Börse oder welche Fondsanbieter ich zu nutzen habe (so ist das z.B. bei Trade Republic). Gleichzeitig ist das Interface jedoch übersichtlich gestaltet und lässt sich mühelos bedienen – wer einmal mit Onvista gehandelt hat, weiß was ich meine. Smartbroker richtet sich also vor allem an Trader, die bereits etwas Erfahrung sammeln konnten und auch mit Auswahl leben können. Zudem ist aktuell nur ein Web-Interface verfügbar, die App soll Anfang 2021 verfügbar sein.

Was bietet Smartbroker?

Bei Smartbroker könnt ihr sowohl Aktien, Fonds und ETFs als auch Derivate handeln – und zwar  größtenteils ohne Orderprovision. Ganz neu sind 102 verschiedene Aktiensparpläne – auch hier sieht man: Smartbroker bringt quasi wöchentlich neue Features. „Leider“ erst ab einer Stückelung von 125€, aber vielleicht wird ja auch diese Spanne in Zukunft noch gesenkt. Auch hier sind die Kosten äußerst fair – es fallen 0,2% an, mindestens jedoch 80 Cent.

Tipp Bei einem Aktien-Sparplan über 250€ auf Amazon fallen somit 80 Cent an – zum Vergleich: Bei Consorsbank fallen 1,50% an – bei 250€ würdet ihr somit 3,75€ an Gebühren zahlen- und das jeden Monat!

Folgende Sparpläne sind möglich

Fondssparpläne

  • 1441 sparplanfähige Fonds
  • Keine Sparplankosten, kein Ausgabeaufschlag
  • Ausführung ab 25 EUR möglich

ETF-Sparpläne

  • 600 sparplanfähige ETFs (davon 279 komplett kostenfrei
  • nur 0,20% Gebühr (mindestens 0,80 Euro) je Ausführung
  • Amundi, iShares, Lyxor, comstage, BNP Paribas, Xtrackers, Vanguard, SPDR, UBS, HSBC u.v.m.
  • Ausführung ab 25 EUR möglich

Aktiensparpläne

  • 102 sparplanfähige Aktien
  • Ausführung ab 125 EUR möglich
  • nur 0,20% Gebühr (mindestens 0,80 Euro) je Ausführung

ETC-Sparplane

  • 13 sparplanfähige ETCs
  • Ausführung ab 25 EUR möglich

Zudem profitiert ihr von einem umfangreichen Depotservice, der unter anderem auch eine automatische Abführung der Abgeltungssteuer inkl. Jahressteuerbescheinigung beinhaltet. Ferner gibt es besonders lange Handelszeiten für Aktien und ETFs, die von 7:30 Uhr am Morgen bis 23:00 Uhr am späten Abend reichen.

Einige der aktuellen Auszeichnungen…

Wie schlägt sich Smartbroker im Vergleich?

Wie bereits erwähnt fällt bei Smartbroker keine Orderprovision an, bei einem Handel über die Handelsbörse Gettex sind es 0€, bei Lang&Schwarz fallen 1€ an. Bei allen anderen Handelsplätzen fällt eine Flatfee von 4€ pro Order an. Im Vergleich ist das der absolute Hammer, denn bei bekannten Depots wie z.B. dem der comdirect oder der Consorsbank kommt man hier auf schnell 9,95€ pro Kauf/Verkauf, teilweise (je nach Ordervolumen) sogar noch mehr. Selbst bei Flatex sind es inzwischen 5,90€ + 2€ Fremdspesen – falls ihr hier Kunde seid, solltet ihr definitiv mal genauer hinschauen!

Als Beispiel für die Kostenstruktur möchte ich euch hier einen Screenshot von DEGIRO zeigen, von den Preisen her meinem Lieblingsbroker auf Platz #2, leider für Anfänger etwas zu komplex. Für unseren Zweck soll der Screenshot zeigen, dass Smartbroker hier eben ganz links mit jeweils nur 0 bzw. 1€, max. jedoch 4€ stehen würde – und dabei sogar noch günstiger ist als das bereits sehr günstige DEGIRO.

Preisvergleich DEGIRO und andere Broker – Smartbroker hätte je nach Handelsplatz 0€ (über Gettex) bzw. 1€ (Lang & Schwarz. jeweils mind. 500€ Ordervolumen) oder 4 € pro Trade (unter 500 € Ordervolumen und an allen weiteren elektronischen deutschen Börsenplätzen) stehen [Klicken zum Vergrößern]

Wie funktioniert die Registrierung bei Smartbroker?

Die Registrierung funktioniert reibungslos in (normalerweise) unter 10 Minuten: Ihr gebt schlicht eure persönlichen Daten an und müsst dann die Identifizierung per WebID vornehmen. Nach der Registrierung kann es aktuell noch zu minimaler Verzögerung kommen – daher ein paar Tage Geduld mitringen, die Höchststände von einigen Wochen Wartezeit sollte aber inzwischen laut Smartbroker abgebaut sein.

Smartbroker Depot eröffnen

Fazit: Die Vorteile und Nachteile von Smartbroker

✅ Kostenfreies Depot
je nach Handelsplatz ab 500€ keine Ordergebühren
✅ 600 sparplanfähige ETFs (davon 279 komplett kostenfrei) *TOP*
✅ 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag *TOP*
✅ Sehr schnelle Depoteröffnung per Video-Ident
Lange Handelszeiten – bei L&S neben 7:30 Uhr bis 23:00 Uhr sogar Wochenend-Handel möglich
Umfangreicher Depotservice Dank 16 jähriger Fondsdiscount.de Expertise
✅ Große Auswahl an handelbaren Produkten
❌ Aktiensparplan erst ab 125€ möglich
❌ Verwahrentgelt (Negativzins) 0,5% p.a. ab einer Cash-Quote in Höhe von 15% im Verhältnis Depotbestand zu Cashbestand.
❌ aktuell noch keine App (für 2021 geplant, Auth jedoch mit der DAB App möglich)

Smartbroker dürfte somit einer der aktuell günstigsten Broker auf dem Markt sein – und dies auch bleiben. Die Gebühren sind mehr als fair, und wer auf den richtigen Handelsplatz achtet und dazu weniger als 15% des Depotbestands in Cash hält, kann hier wirklich wenig falsch machen. Wirklich stark ist der gestrichene Ausgabenaufschlag bei 18.000 Fonds (vergleicht hier auch mal unbedingt bei eurem aktuellen Broker ob nicht doch zwischen 2,5-5% anfallen) sowie die 279 komplett kostenfrei Sparplan-ETFs. Und auch regulär sind 0,2% (mind 0,80€) Gebühr (welche auch für Aktiensparpläne gelten) konkurrenzlos günstig.

Wo gibt es was zu mäkeln? Look and Feel könnten noch überarbeitet werden, auch wird noch recht viel mit Formularen gearbeitet. Und ja, es gibt (noch keine) App. Aber ist das wichtig, um langfristig ein Vermögen ohne hohe Gebühren bei voller Produktauswahl aufzubauen? Ich meine, nein – und bin gespannt was Smartbroker sich auch in Zukunft einfallen lässt. Zum polierten Gold der Krone fehlt somit noch etwas das Interface anderer Anbieter – aber das kann ja noch werden!

Kanntet ihr Smartbroker schon vorher  oder nutzt ihr es bereits? Wie sind eure Erfahrungen mit dem Anbieter? Fehlen euch noch weitere Infos? Dann ab damit in die Kommentare!

Depot Vergleichsrechner

Wer es ganz genau wissen will und bereits weiß, wie viele Trades er machen wird und wie groß sein durchschnittliches Order- und Depotvolumen sein wird, der kann den direkten Broker-Vergleich machen und in folgendem Vergleichsrechner die besten Depots gegenüberstellen. Bitte beachtet, dass hier auch Broker dabei sind, die für Einsteiger vielleicht weniger geeignet sind, zwar mit günstigen Gebühren locken, aber teilweise andere Zusatzkosten z.B. für Rücküberweisungen auf ein Girokonto berechnen.

ifeelgood

02.08.2020, 09:57 #

Sehr guter Magazinbeitrag. 🙂

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