🏡 Die Grundsteuerreform – Was mĂŒssen EigentĂŒmer und Mieter jetzt tun?

Ihr habt sicher schon was von der Grundsteuerreform gehört. In erster Linie sind EigentĂŒmer von Immobilien oder GrundstĂŒcken gefragt, doch auch fĂŒr Mieter kann sich etwas Ă€ndern. Wir erklĂ€ren euch in diesem Beitrag, was es mit der Grundsteuer auf sich hat und wieso eine Reform notwenig wurde. 

Was ist die Grundsteuer?

Die Grundsteuer mĂŒssen GrundstĂŒckseigentĂŒmer jedes Jahr zahlen und zwar vierteljĂ€hrlich, halbjĂ€hrlich oder bei kleineren BetrĂ€gen auch einmal im Jahr. Das Geld geht an die Kommune; im Jahr sind das gute 15 Mrd. Euro. 

Es werden zwei Arten von GrundstĂŒcken besteuert und zwar landwirtschaftlich genutzte FlĂ€chen und bebaute GrundstĂŒcke, ab 2025 sollen dann auch unbebaute, aber baureife GrundstĂŒcke besteuert werden. So wollen Kommunen verhindern, dass FlĂ€chen, die eigentlich bebaut und genutzt werden könnten, zu lange leer bleiben.

Die Immobilien- bzw. GrundstĂŒckseigentĂŒmer zahlen die Grundsteuer selber an die Kommunen, die Mieter haben direkt, jedoch indirekt ĂŒber die Miete, mit der Steuer und auch der Reform nichts zu tun. 

Wie wird die Grundsteuer berechnet?

Drei Elemente fließen in die Berechnung der Grundsteuer ein: 

  • Einheitswert
  • x Steuermesszahl (vom Bund festgelegt)
  • x Hebesatz der Gemeinde

Der Einheitswert

Der Einheitswert setzt sich unter anderem aus dem GrundstĂŒckswert von 1964 (im Westen) / 1935 (im Osten) zusammen. Dass seitdem die GrundstĂŒckswerte stark gestiegen sind und das auch nicht in allen Regionen gleich, das ist klar.  

Die Steuermesszahl

Die Steuermesszahl ist vom Bund per Gesetz vorgegeben und richtet sich nach der GrundstĂŒckart, zum Beispiel „Betriebe der Land- und Fortwirtschaft“ oder „Wohneigentum“.

Der Hebesatz

Der Hebesatz wird von der Gemeinde bestimmt. Um den Einheitswert, der ja seit Jahrzehnten gleich ist, auszugleichen und auf die steigenden GrundstĂŒckswerte einzugehen, bedienen sich die Kommunen gerne diesem Hebewert und passen ihn regelmĂ€ĂŸig an. 

Was Àndert sich mit der Grundsteuerreform?

Laut Bundesverfassungsgericht sei die Berechnung der Grundsteuer aktuell verfassungswidrig – deshalb also die Reform. Das Problem sei der Einheitswert, der seit Jahrzehnten nicht angepasst wurde und der in Zukunft durch den Grundsteuerwert ersetzt werden soll. Dieser Wert wird individuell auf den GrundstĂŒcks- und Immobilienwert berechnet. 

Der Grundsteuerwert setzt sich aus dem GrundstĂŒckswert und dem Wert des Hauses zusammen – je mehr das GrundstĂŒck und die Immobilie wert ist, desto höher wird die Grundsteuer. Auch das Alter des Hauses spielt dabei eine Rolle, in diesem Fall die sogenannte Restnutzungsdauer. Auch die theoretisch erzielbare Miete pro Quadratmeter muss angegeben werden, egal ob die Immobilie tatsĂ€chlich vermietet wird oder nicht. Und schließlich kommen auch noch die Liegenschaftszinsen hinzu, die jedoch festgelegt sind. 

Unbebaute GrundstĂŒcke mĂŒssen „nur“ anhand des Bodenrichtwertes gemeldet werden. Infos zu den Werten findet ihr hier. 

Aus all diesen Werten kann das Finanzamt dann den Grundsteuerwert berechnen. Von euch wird nur verlangt, die entsprechenden Daten zu ĂŒbermitteln. 

Info Im Übrigen orientieren sich Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Hessen, Niedersachsen und Hamburg nicht an dem sogenannten Bundesmodell und haben eine eigene Art der Berechnung entwickelt, zum Beispiel wird in Bayern die Grundsteuerwert nur nach Wohn- und GrundstĂŒcksflĂ€che berechnet ohne Bodenrichtwert, Alter etc..

Was ist zu tun?

Jeder EigentĂŒmer wurde oder wird vom Finanzamt angeschrieben und gebeten eine (einmalige) GrundsteuererklĂ€rung abzugeben. Berliner bekommen kein Schreiben und mĂŒssen selber an die Meldung der Grundsteuer denken.

Bis zum 31. Oktober 2022 muss diese eingereicht werden, wer die Frist versÀumt muss mit einer Strafe bis zu 0,25% der festgesetzten Steuer pro Monat rechnen. 

Folgende Dokumente solltet ihr parat haben:

  • Steuernummer
  • Aktenzeichen des Anschreibens (falls vorhanden)
  • Adresse
  • aus dem Grundbuch:
    • Gemarkung
    • Flur
    • FlurstĂŒck
    • Nummer des Grundbuchblattes
    • FlĂ€che
  • Bodenrichtwert (findet ihr hier)
  • Baujahr der Immobilie
  • Zeitpunkt der letzten Kernsanierung
  • Wohn-/NutzflĂ€che
    • DachschrĂ€ge und ungeheizte WintergĂ€rten werden nur zu HĂ€lfte angerechnet
    • Balkon & Terrasse nur ein Viertel
    • Keller, Garagen Dachboden werden nicht angerechnet
  • EigentĂŒmerverhĂ€ltnis
  • GrundstĂŒcksart
  • Anzahl der Garagen

Die Daten könnt ihr online eingeben, zum Beispiel hier: GrundsteuererklĂ€rung fĂŒr Privateigentum, alternativ auch ĂŒber ELSTER. 

Lustigerweise bekommt ihr viele dieser Daten vom Finanzamt geschickt. Da es aber keine digitale Schnittstelle gibt, an der die FinanzĂ€mter sich die Daten selber reinziehen können, mĂŒsst ihr das ĂŒbernehmen. 

Als Mieter mĂŒsst ihr zunĂ€chst nichts machen. Ihr werdet wahrscheinlich beim Inkrafttreten der Reform 2025 etwas merken, wenn eure Miete angepasst wird. 

Grundsteuerreform – Wird jetzt alles teuer?

Pauschal lĂ€sst sich das nicht sagen, denn im Prinzip werden bundesweit die Karten neu gemischt. Da jetzt jedes GrundstĂŒck individuell berechnet wird, steigen die Werte der GrundstĂŒcke in jedem Fall; in einer Region mehr, in der anderen weniger. Jedoch wurde zum Ausgleich die Steuermesszahl stark abgesenkt und auch die HebesĂ€tze sollen deutlich reduziert werden. Insgesamt sollen die Steuereinnahmen nicht steigen.

Letztendlich bleibt es abzuwarten, wie sich die Grundsteuer fĂŒr die EigentĂŒmer Ă€ndert und was der Mieter davon am Ende abbekommt. 

Habt ihr Fragen zu dem Thema? Habt ihr Tipps fĂŒr EigentĂŒmer? Was haltet ihr von der Reform? 

Euer Doc

ifeelgood

03.08.2022, 13:29 #

Reform in Deutschland: klingt nach Mehrkosten fĂŒr die Masse.

DealDoktor (Steven)

04.08.2022, 08:37 #

@Koellefornia:
NatĂŒrlich nicht! Danke fĂŒr den Hinweis. 😉

haseka

04.08.2022, 09:48 #

Seltsam,
nach aktuellem Stand zeigt mir die rote Blase ĂŒber dem Kommentare-Icon an, dass es 6 Kommentare gibt.
Wenn ich die Kommentare öffne, sind es (ohne diesen von mir) allerdings nur 3, wovon einer eine Antwort auf einen Kommentar ist.

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