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Der neue SCHUFA-Score ist da! Alle 12 Kriterien & das Punktesystem im Überblick! Plus: Vor- und Nachteile des neuen Scores!

Seit dem 17. März 2026 setzt die SCHUFA auf ein neues System: Der neue SCHUFA-Score ist gestartet. Laut einer Pressemitteilung der SCHUFA vom selben Tag handelt es sich um einen vollkommen transparenten Score, der den seit 2008 bestehenden Basisscore für alle Verbraucherinnen und Verbraucher ersetzt. Ziel der Neuausrichtung ist es, dass ihr eure Bewertung jederzeit digital einsehen und dank eines Punktesystems sogar selbst nachrechnen könnt.

Wie der neue SCHUFA-Score aufgebaut ist, welche Faktoren laut SCHUFA ab sofort zählen und welche Nachteile die Verbraucherzentrale NRW im neuen Score weiterhin sieht, erläutern wir euch in diesem Ratgeber. 

Der neue SCHUFA-Score erklärt: Ein Mann sitzt am Schreibtisch vor einem Laptop und betrachtet den Bildschirm

Neuer SCHUFA-Score: Diese 12 Kriterien entscheiden über eure Bonität!

Die SCHUFA hat die Berechnung des Scores grundlegend verändert – der neue Score löst nun den bisherigen Basis-Score sowie die 6 verschiedenen Branchen-Scores ab. Einsehen könnt ihr euren Score jetzt auf verschiedenen Wegen: in der neuen SCHUFA-App (Anleitung weiter unten), in den SCHUFA-Abo-Produkten (meineSCHUFA.de), der bonify-App und darüber hinaus weiterhin in der Datenkopie nach Art. 15 DSGVO.

Statt der früher über 100 Faktoren entscheiden laut SCHUFA ab sofort diese zwölf Kriterien über eure Bonität. 

  1. Zahlungsstörungen: Euer bisheriges Zahlungsverhalten bei Rechnungen und Krediten.
  2. Alter des ältesten Bankvertrags: Die Dauer eures am längsten geführten Kontos.
  3. Alter der ältesten Kreditkarte: Wie lange ihr eure älteste Karte bereits nutzt.
  4. Alter der aktuellen Adresse: Die Beständigkeit eures Wohnortes.
  5. Alter des jüngsten Rahmenkredits
  6. Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten: Aktivitäten in den letzten zwölf Monaten.
  7. Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs: Relevante Anfragen aus Handel oder E-Commerce im letzten Jahr.
  8. Aufgenommene Ratenkredite: Anzahl neuer Kredite in den vergangenen zwölf Monaten.
  9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite: Die Dauer eurer aktuellen finanziellen Bindungen.
  10. Kreditstatus: Der Status eurer laufenden Ratenkredite.
  11. Immobilienkredit: Ob ihr aktuell ein Eigenheim oder eine Wohnung finanziert.
  12. Vorliegen einer Identitätsprüfung: Die Bestätigung eurer Identität bei der SCHUFA.

Punkte statt Prozent: Die Gewichtung beim neuen SCHUFA-Score

Das neue System verzichtet auf die bisherigen Prozentwerte. Die neue Skala reicht laut SCHUFA von 100 bis 999 Punkten. Je höher die Punktzahl, desto höher schätzt die SCHUFA eure Bonität ein. Auch, wie die einzelnen Kriterien den Score beeinflussen, sprich: wie viele Punkte bei welchem Kriterium wodurch erreicht werden, könnt ihr anhand des Punktesystems erkennen und bei der SCHUFA im Detail nachlesen

Kriterium 1: Der Einfluss von Zahlungsstörungen

Dieses Kriterium spielt eine zentrale Rolle. Wer keine Zahlungsstörungen vorzuweisen hat, erhält hier laut SCHUFA das Maximum von 264 Punkten. Bei offenen Zahlungsstörungen wird demnach gar kein Score berechnet, sondern nur die Information über die Störung an Unternehmen übermittelt. So entwickelt sich die Punktzahl laut SCHUFA nach der Erledigung (Bezahlung) einer Forderung:

  • Erledigte Störung (frisch bezahlt): 100 Punkte
  • Erledigte Störung (nach 1 Jahr): 135 Punkte
  • Erledigte Störung (nach 2 Jahren): 152 Punkte

Wichtig zu wissen: Informationen über bezahlte Forderungen werden für drei Jahre taggenau gespeichert. Zudem wirken sich Inkassoanfragen laut SCHUFA für zwölf Monate negativ auf den Score aus.

Kriterien 2 bis 4: Alter von Verträgen und Adresse

Beständigkeit wird im neuen System belohnt. Für eine Kreditkarte, die ihr bereits seit zwölf Jahren besitzt, erhaltet ihr laut SCHUFA 74 von 81 möglichen Punkten. Die volle Punktzahl wird nach 15 Jahren erreicht. Auch das Alter des ältesten Bankvertrags sowie das Alter der aktuellen Adresse fließen in die Berechnung ein.

Kriterien 5 bis 7: Kurzfristige Aktivitäten

Hier werden eure finanziellen Bewegungen in der jüngeren Vergangenheit (meist zwölf Monate) betrachtet. Dazu gehören das Alter des jüngsten Rahmenkredits sowie die Anzahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten. Auch Anfragen außerhalb des Bankensektors werden hier berücksichtigt, beispielsweise bei Telekommunikationsunternehmen.

Kriterien 8 bis 12: Kredite und Identität

Aufgenommene Ratenkredite, deren Anzahl im letzten Jahr und die längste Restlaufzeit bilden weitere Bausteine. Ein bestehender Immobilienkredit wird laut SCHUFA pauschal mit 55 Punkten bewertet. Weitere Kritierien sind der allgemeine Kreditstatus (offener, kein, erledigter oder nicht erledigter Ratenkredit) sowie das Vorliegen einer Identitätsprüfung, welche die Datenbasis absichert.

Neuer SCHUFA-Score: eine Frau in einem Sessel beim Blick auf ihr Handy

Anleitung: So schaltet ihr euren SCHUFA-Account frei

Um euren persönlichen Score und die Erläuterungen zur Berechnung einzusehen, könnt ihr euch laut SCHUFA Pressemitteilung vom 17.03.2026 digital und natürlich kostenlos registrieren:

  1. Plattform wählen: Besucht die Web-Anwendung auf app.schufa.de oder nutzt die neue SCHUFA-App (iOS/Android).
  2. Registrierung starten: Die Registrierung ist laut SCHUFA kostenfrei.
  3. Identität nachweisen: Dies erfolgt entweder über den Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion (eID) für den sofortigen Zugriff oder per PIN-Brief per Post.
  4. Score einsehen: Im Account könnt ihr euren Score jederzeit digital abrufen. Die Daten werden jeweils zu Beginn eines neuen Quartals aktualisiert.

Einführung des neuen SCHUFA-Scores bei Unternehmen: Übergangsphase bis 2028

Obwohl ihr euren neuen SCHUFA-Score ab sofort einsehen könnt, stellen Unternehmen laut SCHUFA erst schrittweise um. Aktuell nutzen demnach rund 25 Prozent der Firmen, die vorher Branchen-Scores genutzt haben, das neue System – vor allem aus den Bereichen Banken, Handel und E-Commerce. Bis Ende 2026 sollen es etwa 50 Prozent sein. Für eine geordnete Umstellung hat die SCHUFA eine Übergangsfrist bis Ende 2028 festgelegt.

Kritische Stimmen: Warum die Verbraucherzentrale NRW weiter Nachteile sieht

Trotz der neuen Transparenz äußert die Verbraucherzentrale NRW auch Skepsis bezüglich des neuen SCHUFA-Scores. Vor allem für bestimmte Gruppen sehen die Experten dort laut Pressemitteilung vom 13.03.2026 weiterhin systematische Nachteile, selbst wenn ihr euch finanziell immer korrekt verhalten habt.

Hier sind die Hauptgründe für die Kritik der Verbraucherzentrale NRW:

  • Hürden für junge Leute: Aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW stehen die Chancen auf einen guten Wert im neuen SCHUFA-Score für junge Leute schlecht. Der Grund: Ihr konntet euch im Wirtschaftsleben schlicht und einfach noch nicht lange genug beweisen.

  • Wohnortwechsel als Minuspunkt: Wer ausbildungs- oder berufsbedingt häufiger umzieht, wird beim neuen Score abgestraft, es zählt das Alter der aktuellen Adresse. Die Experten der Verbraucherzentrale NRW kritisieren, dass dies auch Personen trifft, die jede Rechnung pünktlich bezahlen.

  • Bestrafung für Preisbewusstsein: Auch wer Angebote vergleicht und in der Folge gern mal den Anbieter wechselt, muss laut Verbraucherzentrale NRW mit Punktabzügen rechnen.

  • Fehlerhafte Daten: Das Risiko möglicher falscher Einträge, etwa durch unberechtigte Meldungen von Inkassobüros, ist laut Verbraucherzentrale NRW weiterhin gegeben. Hier müsst ihr den Experten zufolge oft mühsam selbst aktiv werden, um Korrekturen durchzusetzen.

Die Verbraucherzentrale NRW rät euch daher dringend, eure Daten regelmäßig zu kontrollieren.

Fazit zum neuen SCHUFA-Score: Schritt nach vorn mit alten Stolpersteinen

Der neue SCHUFA-Score hinterlässt ein gemischtes Bild. Einerseits bietet die Umstellung auf zwölf transparente Kriterien und das Punktesystem bis 999 eine Klarheit, die es in dieser Form bisher nicht gab. Dass ihr nun denselben Wert seht wie die Unternehmen (wobei es bei den Unternehmen, wie erwähnt, eine längere Übergangsphase geben wird) und euren Score im kostenlosen Account jederzeit prüfen könnt, ist ein echter Fortschritt für eure Datenkontrolle.

Andererseits zeigt die Einordnung der Verbraucherzentrale NRW, dass die neue Offenheit nicht automatisch mehr Fairness bedeutet. Das System bestraft laut den Experten weiterhin (durchaus vernünftige) Verhaltensweisen wie den regelmäßigen Anbietervergleich mit anschließendem -wechsel oder berufsbedingte Umzüge. Besonders junge Leute könnten es demnach im neuen System schwer haben, von Beginn an Spitzenwerte zu erreichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die SCHUFA liefert euch jetzt zwar die Formel für eure Bewertung, doch das allein macht den Inhalt nicht zwangsläufig in jeder Hinsicht fair.

Nutzt die neue Transparenz in eurem Account, um eure Daten im Blick zu behalten, aber seid euch bewusst, dass preisbewusstes Verhalten und Mobilität weiterhin Punkte kosten können. 


FAQ: Häufige Fragen zum neuen SCHUFA-Score

Was kostet mich der neue SCHUFA-Account?

Die Registrierung und der Einblick in euren Score sowie die zugehörigen Daten sind laut SCHUFA kostenfrei.

Wann wird mein Score im Account aktualisiert?

Die SCHUFA aktualisiert eure Daten und den daraus resultierenden Punktwert jeweils zu Beginn eines neuen Quartals.

Warum weicht der Score in der App von dem Wert bei meiner Bank ab?

Das liegt an der Übergangsphase. Während ihr bereits den neuen Score seht, nutzen viele Unternehmen noch die alten Branchenscores. Die vollständige Umstellung ist erst für Ende 2028 geplant.

Wie lange beeinflussen mich negative Einträge?

Sobald eine Forderung bezahlt wurde, bleibt sie als erledigte Zahlungsstörung für drei Jahre im System gespeichert. Inkassoanfragen wirken sich dagegen für zwölf Monate negativ aus.

Bringt mir mein Hauskredit Vorteile beim Score?

Ja, ein laufender Immobilienkredit wird laut SCHUFA pauschal mit 55 Punkten positiv gewertet.

Und? Was sagt ihr zum neuen SCHUFA-Score? Habt ihr schon einen näheren Blick auf euren neuen Wert geworfen? Und falls ihr euren Score schon seit längerer Zeit beobachtet: Habt ihr durch die neuen Kriterien Veränderungen in eurem Wert festgestellt?

Berichtet es uns gern in den Kommentaren! 

Eure Gerrit vom Team DealDoktor

Quellen:

SCHUFA, Pressemitteilung vom 17.03.2026: Der neue SCHUFA-Score: Ab heute für alle Menschen transparent und leicht nachzurechnen

SCHUFA, Artikel vom 13.03.2026: Neuer SCHUFA-Score: Diese zwölf Kriterien entscheiden über die Bonität

Verbraucherzentrale NRW, Pressemitteilung vom 13.03.2026: Neuer Schufa-Score ab 17. März: Was sich ändert und was nicht

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