All you can Fly: Die Flug-Flatrate mit Surf Air

Habt ihr nicht auch schon mal daran gedacht, wie cool es wäre, ähnlich wie bei einem Handyvertrag einen Flugvertrag mit Flatrate buchen zu können? Tatsächlich galt diese innovative Idee in der Flugbranche, die so eng kalkulierte Preistarife aufweist wie kaum ein anderes Wirtschaftssegment, für lange Zeit als reines Wunschdenken. Zu riskant wäre die Kostenkalkulation für die Airlines. Trotzdem ist die sogenannte All you Fly Flug Flatrate inzwischen nicht mehr Utopie, sondern ein toller Trend, der in den USA bald („early 2017“) auch in Europa Realität werden soll.

Überraschenderweise ist es keine der globalen Premium-Airlines, welche auf das neue Modell der Flug-Flatrate setzen. Vielmehr handelt es sich bei der Fluggesellschaft um Surf Air, ein US-amerikanisches Unternehmen aus Kalifornien, das in Europa sicherlich nur die wenigsten Flugreisenden kennen. Das wird sich mit der neuen Flug-Flatrate schon bald ändern. In den USA kosten die All you can Fly Pakete umgerechnet etwa 1.900€ plus einmaliger Anmeldegebühr von ca. 950€. Alle registrierten Kunden können monatlich so oft fliegen wie sie möchten, wobei das Streckennetz bisher lediglich auf Kalifornien begrenzt ist.

Wer ist Surf Air?

Surf Air ist eine in Kalifornien ansässige Fluggesellschaft, die im Frühjahr 2013 erstmals an den Start ging. Ursprünglich stellte sie Flüge zwischen dem Silicon Valley (Flughafen von San Carlos) und der Metropolregion Los Angeles (Flughafen von Burbank bereit). Bis 2015 wurde das Streckennetz auf den gesamten Süden und den zentralen Norden von Kalifornien ausgeweitet. Die jüngste Verbindung von Los Angeles nach San Jose wurde im April 2016 eröffnet. In Kürze werden zahlreiche weitere Strecken folgen, allerdings nicht in den USA, sondern in Mitteleuropa.

Wie viel werden die Flug-Flatrate Tarife in Europa kosten?

Die Tarife für die All you can Fly Pakete von Surf Air werden in Europa vermutlich deutlich teurer sein als in den USA, was u. a. auf das größere und vor allem internationale Flugnetz zurückzuführen ist. 3.250€ im Monat werden für die Flug-Flatrate fällig. Hinzu kommt die Registrierungsgebühr von 1.300€, die jedoch einmalig bezahlt werden muss. Zu beachten ist, dass alle Tickets und Mitgliedschaften bei Surf Air personengebunden sind und nicht etwa mehrere Fluggäste abwechselnd über eine Mitgliedschaft fliegen können. Übrigens werden auch sogenannte Gästetickets ausgestellt, die allerdings satte 580€ pro Strecke kosten sollen. Die Gästetickets können zudem nur über Mitglieder von Surf Air ausgestellt werden.

Welche Verbindungen wird das europäische Streckennetz von Surf Air aufweisen?

Das europäische Flugnetz, das mit der Flatrate von Surf Air direkt mit dem geplanten Launch – aktuell geplant für das 1. Quartal 2017 – genutzt werden kann, umfasst verschiedene Länder und Airports. Hierzu gehören:

  • Großbritannien mit London (Luton)
  • Schweiz mit Genf und Zürich
  • Frankreich mit Cannes
  • Spanien mit Ibiza

Sind weitere Verbindungen in 2017 geplant?

Kurz nach dem Launch der All you can Fly Tarife von Surf Air stehen weitere Flugnetzerweiterungen an, welche nachfolgend übersichtlich aufgelistet werden:

  • Manchester, Jersey und Edinburgh (Großbritannien)
  • Dublin (Irland)
  • Amsterdam (Niederlande)
  • Paris (Frankreich)
  • Brüssel (Belgien)
  • Luxemburg
  • Mailand (Italien)
  • Barcelona (Spanien)
  • Kopenhagen (Dänemark)
  • Frankfurt, München, Berlin (Deutschland)

Insgesamt wird es also drei Verbindungen geben, die in deutschen Städten Halt machen. Dahinter steckt eine logische Strategie, handelt es sich doch um die Metropolen in Deutschland, die für Geschäftsreisende am relevantesten sind. Welche Flughäfen der genannten Städte genau von der Airline angeflogen werden, ist bisher noch nicht bekannt.

Welche Leistungen beinhalten die All you can Fly Tarife?

Ihr könnt mit der Flug-Flatrate tatsächlich bis 15 Minuten vor geplantem Abflug einchecken an den automatischen Terminals. Gebucht werden kann binnen 30 Sekunden mit Hilfe einer von Surf Air bereitgestellten App. Die Flexibilität steht bei den All you can Fly Tarifen also an vorderster Stelle. An Bord werden u. a. Gratissnacks gereicht. Ebenso befindet sich jeder Sitzplatz in den Flugzeugen von Surf Air direkt am Fenster. Ein Schreibtisch und Schreibutensilien gehören ebenfalls zum Bordservice dazu.

Welche Art von Flugzeugen wird eingesetzt?

In Kalifornien, wo Surf Air ausschließlich auf Pilatus PC-12 Maschinen setzt, ist es üblich, dass auf kurze Distanzen sehr kleine Maschinen mit Platz bis zu 10 Personen zum Einsatz kommen. In Europa wird ebenfalls mit diesen Modellen der Betrieb aufgenommen. Inwieweit später die Flotte erweitert wird, ist bisher nicht bekannt. Fakt jedoch ist: Es handelt sich bei Surf Air um eine Airline, die ihren Ursprung eher im Privatflugbetrieb hat.

An wen wendet sich das Angebot von Surf Air?

Vorrangig werden Geschäftsreisende und Vielflieger – meist handelt es sich um die gleiche Zielgruppe – von den neuen All you can Fly Tarifen angelockt. Schließlich profitieren sowohl Surf Air als auch Unternehmen verschiedener Größen dank der fixen Kosten von einer einfacheren Kalkulationsgrundlage. Aber auch für Menschen, die regelmäßig zwischen zwei Wohnorten pendeln, eignet sich das Angebot von Surf Air. Einen Review mit Einsicht in das Innenleben während des Fluges seht ihr in diesem Youtube Video.

Fazit zu den All you can Fly Tarifen

Die Idee von Surf Air, eine Flug-Flatrate einzuführen, sorgt für eine Revolution in der Luftfahrtbranche. Für die Airline wie für Kunden ergeben sich durch das neue Preismodell zahlreiche Vorteile, etwa in Bezug auf die optimalere Kalkulationsgrundlage. Dennoch steckt auch ein kleines Risiko hinter der Flug-Flatrate, etwa, wenn bestimmte Strecken nicht so stark nachgefragt sind. Nachteilhaft für Unternehmen ist darüber hinaus, dass die Mitgliedschaften stets nur pro Person abgeschlossen werden können, sodass nicht verschiedene Mitarbeiter über eine Mitgliedschaft das Angebot von Surf Air nutzen können. Sollten die geplanten Flugnetzerweiterungen realisiert werden, dürfte sich das Modell zumindest in Deutschland sowie in den angrenzenden Ländern für Surf Air lohnen.

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