Steuersoftware im Vergleich: Steuererklärung mit Spartipps und Ausfüllhilfe

Die Abgabe einer Steuererklärung ist nicht für jeden Steuerzahler verpflichtend. Doch der Aufwand kann sich lohnen, denn viele Bürger erwartet eine Steuerrückzahlung. Mit einer Steuersoftware sind auch Laien auf diesem Gebiet ohne großen Aufwand in der Lage, die Steuerklärung abzugeben. Mit einigen Programmen erhalten Nutzer sogar automatisch wertvolle Tipps und Tricks, um die Steuerersparnis zu erhöhen. Im Rahmen dieses Beitrags vergleichen wir für euch die Steuersparerklärung von Steuertipps.de, Das Lexware Programm Taxman sowie das webbasierte Smartsteuer und Elster.

Was sind die Vorteile einer Steuererklärung?

Mit einer Steuersoftware wird die Anfertigung der Steuererklärung vereinfacht. Je nach Steuerfall ist es möglich, die Steuererklärung innerhalb kurzer Zeit mit einer für den Einzelfall passenden Software zu erstellen und online zu versenden. Möglich ist dies dank einer Schnittstelle zum offiziellen Programm Elster. Dabei sorgt eine Steuersoftware für mehr Übersichtlichkeit. Alle steuerrelevanten Daten lassen sich gut strukturiert verwalten und bei Bedarf abändern oder ergänzen.

Der größte Teil der Steuerzahler, der eine Steuererklärung bei der Finanzbehörde abgibt, erhält Geld vom Staat zurück. Die durchschnittliche Steuererstattung liegt bei rund 900€. Damit lohnt es sich für die meisten Steuerzahler, die Erklärung abzugeben. Kosten für Arbeitswege, haushaltsnahe Dienstleistungen und viele weitere Ausgaben können geltend gemacht werden und dazu beitragen, dass sich die persönliche Steuerlast verringert bzw. die Rückzahlung vergrößert.

Die Steuererklärung – eine Arbeit, die sich lohnt!

In welchen Fällen besteht eine Abgabepflicht?

Etwa jeder zweite Arbeitnehmer ist in Deutschland zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Von dieser Pflichtveranlagung sind insbesondere Steuerzahler betroffen, bei denen eine der folgenden Voraussetzungen vorliegt:

  • Zusätzliche Einkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410€
  • Mehrere Arbeitgeber im Jahr
  • Zwei Gehälter bei Steuerklasse VI
  • Verheiratete Steuerzahler mit Steuerklasse IV oder III und V
  • Innerhalb eines Jahres geschiedene und wieder verheiratete Steuerzahler
  • Wenn Freibeträge genutzt wurden und der Lohn bei über 11.000€ liegt

Neben Arbeitnehmern müssen auch einige Rentner eine Steuererklärung abgeben. Selbstständige und Freiberufler sind ohnehin verpflichtet, die Einkommensteuererklärung ausfüllen. Allerdings kann die zuständige Finanzbehörde Steuerpflichtige generell unabhängig von den vorliegenden Voraussetzungen zur Abgabe auffordern. Dieser Aufforderung müssen Steuerzahler nachkommen. Neben der Pflichtveranlagung kennt das Einkommensteuergesetz die Antragsveranlagung. Diese liegt immer dann vor, wenn die Steuererklärung freiwillig abgegeben wird. Dazu entscheidet sich immerhin rund ein Viertel der Steuerzahler.

Vereinfachte Abgabe der Steuererklärung per Steuersoftware

Die Digitalisierung hat die Steuererklärung immens vereinfacht. In der heutigen Zeit ist es ohne großen Aufwand möglich, die Erklärung am Computer auszufüllen und direkt online abzugeben. Steuersoftware wie Steuersparerklärung, Smartsteuer oder Taxman erleichtern Steuerzahlern diesen Vorgang. Viele Programme verfügen beispielsweise über Eingabehilfen, wodurch Nutzer auch ohne Vorkenntnisse die Erklärung ausfüllen können.

Bei der Nutzung von Steuersoftware ist jedoch zu beachten, dass sich die Steuerformulare sowie die Sparmöglichkeiten mit jedem Jahr ändern können. Deshalb ist es nicht angeraten, eine veraltete Software in Anspruch zu nehmen. Die jeweils aktuellste Steuersoftware beinhaltet die Daten des Vorjahres. Wer seine Steuererklärung beispielsweise im Jahre 2017 abgeben möchte, sollte dementsprechend über eine Software verfügen, die mit den Steuerdaten des Jahres 2016 ausgestattet ist.

Tipps und Tricks für höhere Rückzahlungen vom Finanzamt

Für Steuerzahler gibt es einige Möglichkeiten, die persönliche Steuerlast zu senken und damit einen zu erwartenden Rückzahlungsbetrag zu erhöhen. Zu diesen Optionen zählen unter anderem:

Arbeitswege

Hin- und Rückwege können als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Das ist zunächst über eine Pauschale in Höhe von 1.000€ möglich, die bei Arbeitnehmern immer in Abzug gebracht wird. Wer mehr fährt, kann Kosten von bis zu 4.500€ über die Entfernungspauschale in Höhe von 0,30€ je Kilometer zurückgelegter Strecke mit dem Pkw ansetzen. Bei Fahrten mit anderen Verkehrsmitteln liegt die Entfernungspauschale zwischen 0,01 und 0,13€ je Kilometer. Sobald man die Pauschale von 1.000€ überschritten hat, wirkt sich jede witere Eintragung in den Werbungskosten direkt steuermindernd aus!

Arbeitsmittel

Eine Pauschale von maximal 103 bis 110€ (je nach Bundesland) wird in vielen Fällen ohne Belege anerkannt und müssen einfach nur eingetragen werden. Wer mehr eintragen will, muss Belege aufheben.

Kontoführungsgebühren

16€ können pauschal ohne Nachweis geltend gemacht werden.

Telefonkosten

Wird das private Telefon auch beruflich genutzt, dann können bis zu 20% (maximal 20€ je Monat) berücksichtigt werden.

Bewerbungskosten

Bei der Jobsuche gibt es für Bewerbungen per Post pauschale Abzugsmöglichkeiten in Höhe von 8,50€ je Bewerbung und bei E-Mail-Bewerbungen kann ein Pauschalbetrag von bis zu 2,50€ angesetzt werden.

Berufsbekleidung

Wird für den Job spezielle Berufsbekleidung, beispielsweise eine Uniform, ein Kittel oder Schutzkleidung benötigt, dann besteht eine pauschale Abzugsmöglichkeit in Höhe von 150 bis 200€.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Eigentümer können Dienstleistungen in der Steuererklärung angeben. Kosten für den Gärtner oder die Putzfrau können bis maximal 20.000€ berücksichtigt werden. Davon wird ein Fünftel und somit bis zu 4.000€ anerkannt.

Handwerkerkosten

Handwerkereinsätze wie das Verlegen der Badfliesen können mit einem Betrag von bis zu 1.200€ berücksichtigt werden.

Nebenkostenabrechnung

Über diese werden nicht nur Kosten für Strom und Gas abgerechnet, sondern ebenso einige weitere Kosten. Aufwendungen für den Winterdienst, die Gartenpflege oder die Schädlingsbekämpfung können auch Mieter in der Steuererklärung angeben.

Allgemein

Generell ist es wichtig, stets die Belege aufzuheben, denn außer bei Pauschalen ist es nur mit einem Nachweis möglich, dass das Finanzamt die Ausgaben anerkannt. Bei den Belegen kann es sich um Quittungen, Kontoauszüge oder Kassenzettel handeln.

Die richtige Steuersoftware finden

Je nach Umfang und Art der Einkünfte kann die eine oder andere Steuersoftware die richtige Wahl sein. Während Anfänger mit Einkünften aus einer abhängigen Beschäftigung eher auf die Benutzerfreundlichkeit achten sollten, kommt es bei Selbstständigen oder Freiberuflern viel mehr auf den Leistungsumfang an. In der Regel bieten die Hersteller unterschiedliche Versionen zur Auswahl an.

Standard-Versionen richten sich in der Regel an Arbeitnehmer und enthalten eventuell noch weitere Daten für Kleinunternehmer. Mit speziellen Versionen für Selbstständige wird zumeist der gesamte Funktionsumfang der Programme abgedeckt, wodurch Nutzer nicht nur die Einahmen-Überschuss-Rechnung über das Programm durchführen können, sondern ebenso Umsatzsteuervorauszahlungen, Gewerbesteueranmeldungen und alle weiteren steuerrelevanten Unterlagen verwalten und absenden können.

Steuersoftware wird in Form von Desktop-Programmen (Steuersparerklärung, Taxman) sowie als webbasierte Browservariante (Smartsteuer) angeboten. Die Online-Varianten haben den Vorteil, dass eine Installation und weitere Updates entfallen. Die Daten können direkt im Internetbrowser eingegeben werden und die Sicherung erfolgt über eine Cloud. Wer dies nicht möchte, dem stehen Desktop-Programme zur Auswahl, die per Download oder CD/DVD angeboten werden. Bei diesen Programmen muss zuvor eine Installation erfolgen, anschließend lassen sich die persönlichen Daten auf dem eigenen Computer sichern.

Steuersoftware im Vergleich

Im Folgenden wollen wir euch drei kostenpflichtige Steuertools vorstellen, Elster ist ohnehin als elektronische Form der normalen Papier-Steuererklärung für alle kostenlos, kann aber natürlich weniger mit Tipps und Tricks zu Rate stehen, als entsprechende Software, die einen oft nach Frage und Antwort Prinzip durch den Prozess der Erstellung führt und sein Geld durchaus wert ist, wenn man mit einer Erstattung von ca. 900€ beim Durchschnittsdeutschen rechnet.

Software

Smartsteuer

Steuertipps Taxman Elster
Ausfüllhilfe Bedingt
Datenübernahme aus dem Vorjahr
VaSt-Unterstützung
Spartipps
Online-Updates
Belegmanager
Support
Elster-Schnittstelle
Testversion gratis
Preis ab 14,95€ (webbasiert) ab 29,95€ (Download) ab 24,90€ (Download) kostenlos

Smartsteuer

Smartsteuer ist ein rein webbasiertes Steuer-Programm. Es muss somit keine Software heruntergeladen werden und das Programm ist auch mobil per Tablet nutzbar. Die Steuererklärung lässt sich damit direkt online über den Internetbrowser erledigen. Ein übersichtlicher Aufbau erleichtert Anfängern die Steuererklärung. Smartsteuer zählt in diesem Vergleich mit einem Preis ab 14,95€ zu den günstigsten, kostenpflichtigen Varianten. Allerdings zeigen sich die Grenzen dieser sehr günstigen Version bei komplexeren Steuerfällen. Für die Abgabe einfacher Steuererklärungen ist dieses webbasierte Tool sehr gut geeignet. Bezahlt wird bei diesem Produkt zudem erst, wenn im Anschluss an die Eingabe die Weiterleitung an das Finanzamt erfolgen soll. Es ist somit möglich, den Funktionsumfang in aller Ruhe auszuprobieren.

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SteuerSparErklärung von Steuertipps.de

Besonders gut im Vergleich zeigt sich die Software SteuerSparErklärung. Sie bietet dem Nutzer umfangreiche Steuerspartipps, kann durch eine hohe Nutzerfreundlichkeit überzeugen und ist zugleich für alle Einkunftsarten geeignet. Belege lassen sich dank des integrierten Belegmanagers direkt einscannen und an passender Stelle einsortieren. Das trägt zur Übersichtlichkeit bei und vereinfacht die Buchhaltung. Die Steuererklärung kann bei diesem Produkt im Frage-Antwort-Stil durchgeführt werden, wodurch sie auch für Anfänger leicht zu bewältigen ist.

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Taxman

Auch die Steuersoftware Taxman verfügt über einen Belegmanager und kann durch umfangreiche Tipps und Begleitliteratur überzeugen. Ebenso erhalten Nutzer Zugriff auf eine Online-Datenbank und werden damit umfassend informiert. Mögliche Steuersparmaßnahmen werden von Taxman während der Eingabe direkt aufgezeigt und bieten somit selbst Anfängern die Möglichkeit, Steuern zu sparen. Taxman wird für alle Einkunftsarten und Zielgruppen angeboten und ist selbst für komplexere Steuerfälle gut geeignet.

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Elster

Bei der Steuersoftware Elster handelt es sich um die elektronische Form der sonst üblichen Papierformulare. Das Programm ist zwar kostenlos erhältlich, jedoch müssen Nutzer auf nützliche Tools wie weiterführende Ausfüllhilfen und Steuerspartipps verzichten. Die beinhalteten Hilfen entsprechen denen, die Steuerzahlern auch in Papierform bereitgestellt werden. Diese Hilfen sind für viele Laien allerdings nur schwer verständlich. Wer sich gut mit der Steuererklärung auskennt, für den ist Elstern-Formular eine gute und vor allen Dingen kostenfreie Alternative. Andernfalls ist die Investition in eine Steuersoftware angeraten. Der Kostenaufwand lohnt sich angesichts der zu erwartenden Rückzahlung häufig. Auf der anderen Seite sollte auch die Zeitersparnis berücksichtigt werden. Bei allen Programmen im Vergleich ist eine direkte Datenübertragung per Elster-Schnittstelle an die Finanzbehörden möglich.

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Fazit zur Steuersoftware im Vergleich

Die meisten Nutzer erwarten von einer guten Steuersoftware, dass sie leicht zu benutzen ist und viele Steuerspartricks und Informationen enthält. Alle kostenpflichtigen Varianten konnten in diesen Punkten überzeugen. Insbesondere der Leistungsumfang der SteuerSparErklärung überzeugte, gleich dahinter folgten Taxman und Smartsteuer, die je nach Komplexität des Steuerfalls eine gute Alternative darstellen. Lediglich bei der kostenfreien Variante Elster-Formular gibt es Einschränkungen bei der Nutzerfreundlichkeit und leichten Handhabung. Insbesondere Anfänger könnte das Ausfüllen überfordern.

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