Geschenkgutscheine: G√ľltigkeit, √úbertragbarkeit, Verfall und Umtausch

Gutscheine erfreuen sich mehr und mehr gro√üer Beliebtheit. Besonders als Geschenk werden Gutscheine sehr gesch√§tzt. Damit ergeben sich f√ľr viele Verbraucher aber auch zahlreiche Fragen, die sich rund um den Gutschein ergeben. Wie lange beh√§lt mein Gutschein G√ľltigkeit? Kann ich die G√ľltigkeit verl√§ngern? Ist der Gutschein √ľbertragbar? Bekomme ich Restguthaben ausgezahlt?

Das sind nur einige von vielen Fragen. Nachfolgend will ich euch daher einige Informationen rund um Gutschein geben, insbesondere auch¬†dar√ľber, was die Rechtsprechung in Bezug auf die G√ľltigkeit beziehungsweise Einl√∂sefrist von Gutscheinen sagt.

Viele Gutscheinanbieter, viele Vorgehensweisen

Gutscheine von Amazon zeichnen sich durch eine Besonderheit aus. Diese liegt darin, dass der Gutschein von Amazon eine G√ľltigkeit von 10 Jahren aufweist. Das ist allerdings die Ausnahme, denn die meisten Gutscheinanbieter wie z.B. auch Jochen Schweizer, setzen auf eine k√ľrzere Befristung der Einl√∂sung.

W√§hrend Anbieter wie Bestchoice hier eine G√ľltigkeit von drei Jahren auf einen Gutschein gew√§hrleisten, muss der Universal-Gutschein von Bonago bereits innerhalb eines Jahres ab Ausstellung eingel√∂st werden. Die Regel ist allerdings, dass die meisten Anbieter eine G√ľltigkeit von drei Jahren auf die ausgestellten Gutscheine gew√§hren, sofern sie nicht f√ľr eine Veranstaltung ausgestellt sind, die terminlich fixiert ist.

Allerdings sind Aussteller von Gutscheinen auch hier auf gesetzliche Vorgaben beschr√§nkt und k√∂nnen Gutscheine somit nicht auf eine sehr kurze Frist ausstellen und darauf hoffen, Einnahmen zu erzielen und Leistungen hierf√ľr nur auf sehr kurze Zeitr√§ume zu befristen. Dem steht das Gesetz gegen√ľber und n√∂tigenfalls kann auch der Rechtsweg beschritten werden.

Die Rechtsprechung zum Verfall von Gutscheinen

Grunds√§tzlich besagt die Rechtsprechung, dass eine Verj√§hrung bei Gutscheinen mit einer Frist von drei Jahren belegt ist. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Gutschein ohne eine Frist der Verj√§hrung ausgestellt wurde. Ist das nicht gegeben und es wurde eine schriftliche Frist zur Verj√§hrung des Gutscheins vorgenommen, ist die Rechtslage etwas komplizierter. Dabei wird argumentiert, dass es generell nur schwer nachvollziehbar ist, dass der Aussteller eines Gutscheins eine finanzielle Leistung erh√§lt, allerdings im Falle des Verfalls des Gutschein bereits nach kurzer Zeit keine Leistung erbringen muss. Allerdings z√§hlt das Recht auf Leistung und Gegenleistung zu den grunds√§tzlichen Gedanken f√ľr Vertr√§ge des b√ľrgerlichen Rechts. Wird die Beschr√§nkung der G√ľltigkeit des Gutscheins zu kurz bemessen und entsteht damit eine Benachteiligung des Gutscheininhabers, kann dies zu einer als unangemessen beurteilten Benachteiligung des Gutscheininhabers f√ľhren.

In der Praxis wird in der Rechtsprechung daher dahingehend argumentiert, dass ein Gutschein eine Laufzeit von einem Jahr ab Ausstellung haben muss, um den Gutscheininhaber nicht zu benachteiligen und dem Gutscheinaussteller wiederum besondere Vorteile in der Nichterbringungspflicht zu bieten. Allerdings gibt es auch Einzelurteile, in denen die Gerichte eine Frist von zwei Jahren als angemessen f√ľr die Einl√∂sung eines Gutschein empfinden. Ist ein Gutschein auf eine bestimmte Veranstaltung ausgestellt und der Gutscheininhaber nimmt die Teilnahme nicht wahr, dann verf√§llt der Gutschein und er hat keinen Anspruch auf eine R√ľckverg√ľtung.

Was passiert, wenn der Gutschein verfallen ist?

Verbrauchersch√ľtzer w√ľnschen sich immer wieder, dass der H√§ndler zumindest einen Teil des Gutscheins nach dem Verfall noch in Form von Warenleistungen ausgibt. Das sieht der Jurist allerdings anders. Ist der Gutschein verfallen, dann hat der Gutscheininhaber auch kein Recht mehr auf Leistung durch den H√§ndler. Hier kann an die Kulanz des H√§ndlers appelliert werden. Ein Rechtsanspruch auf eine Einl√∂sung nach Ablauf eines Gutscheins besteht f√ľr einen Gutscheininhaber aber nicht. Trifft das ausstellende Unternehmen √ľbrigens eine Insolvenz innerhalb der Laufzeit des Gutscheins, verf√§llt der Gutschein nicht. Hier hat der Gutscheininhaber aber nur die M√∂glichkeit, √ľber den Insolvenzverwalter seine Forderung geltend zu machen. Das ist schon Grund genug, Gutscheine z√ľgig einzul√∂sen!

Jochen Schweizer mit kostenpflichtiger Ausnahme

W√§hrend bei den meisten Anbietern Gutscheine automatisch verfallen, wenn die Frist f√ľr die Einl√∂sung √ľberschritten ist, bietet Jochen Schweizer hier eine besondere L√∂sung. Innerhalb der G√ľltigkeitsdauer des Gutscheins kann ein Inhaber eines solchen Gutscheins die Frist um ein Jahr verl√§ngern. Das ist allerdings nur innerhalb der G√ľltigkeit des Gutscheins m√∂glich. Ist der Gutschein beziehungweise dessen Einl√∂sefrist abgelaufen, kann keine Verl√§ngerung mehr vorgenommen werden. Dazu ist die Verl√§ngerung der Frist kostenpflichtig.

Jochen Schweitzer verlangt f√ľr eine Gutscheinverl√§ngerung eine Kostenentsch√§digung f√ľr den Arbeitsaufwand, die bei 10% des Preises f√ľr die jeweils √ľber Gutschein gebuchte Veranstaltung liegt. Bei den meisten Anbietern verf√§llt der Gutschein mit Ablauf der Frist der Einl√∂sung. Eine Auszahlung, Verl√§ngerung oder eine Zuzahlung, um den Gutschein dann doch noch nutzen zu k√∂nnen, wird im Regelfall nicht angeboten. Nur sehr kulante Unternehmen akzeptieren abgelaufene Gutscheine noch innerhalb einer kurzen Frist nach Ablauf. Rechtlich verpflichtet sind sie dazu nicht. Das gilt insbesondere dann, wenn auf dem Gutschein eine Einl√∂sefrist genannt ist.

Den Gutschein umtauschen

Auch wenn der Gutschein in der Regel den Geschmack des Beschenkten eher trifft als ein explizit ausgew√§hltes Geschenk, kann es dennoch der Fall sein, dass der Gutschein nicht gut ankommt und der Beschenkte diesen umtauschen m√∂chte. Das Unternehmen Jochen Schweizer bietet auch hier eine unkomplizierte L√∂sung. Der Gutschein kann jederzeit innerhalb seiner Laufzeit umgetauscht werden. Das kann auch online erfolgen. Dazu gibt der Gutscheininhaber seinen Gutschein-Code ein, w√§hlt ein anderes Erlebnis f√ľr den Gutschein aus und hat so einen Tausch vollzogen. Sollte das ausgew√§hlte Erlebnis teurer sein als das auf dem Gutschein zugesicherte Erlebnis, muss lediglich eine Ausgleichszahlung geleistet werden.

Andere Anbieter umgehen diesen Eintausch, indem sie die Gutscheine einfach auf ihr komplettes Produkt- oder Dienstleistungssegment auslegen und dem Gutscheininhaber so die Auswahl lassen, innerhalb der Gutscheinsumme Leistungen oder Produkte zu beziehen. Generell ist es aber auch bei explizit ausgestellten Gutscheinen kein Problem, die angegebene Leistung umzutauschen und eine andere Auswahl zu treffen. Die meisten Unternehmen zeigen sich beim Eintausch eines Gutscheins kulant, wenn der tats√§chlich gew√ľnschte Gutschein die Einnahmen erh√∂ht, er somit teurer als der urspr√ľnglich ausgestellte Gutschein ausf√§llt. Hat ein Gutscheininhaber seinen Gutschein in einem Onlineshop eingel√∂st und sich beispielsweise ein Paar Sneakers hierf√ľr gekauft, gelten die gleichen Umtauschrechte wie bei einem klassischen Kauf. Das hei√üt, dass die Schuhe gegen ein anderes Paar eingetauscht werden k√∂nnen. Hier gelten die AGB des jeweiligen Anbieters, sofern die Schuhe sich in einem angemessenen Zustand befinden und keine Reklamation der Grund f√ľr die R√ľckgabe ist. Einen Anspruch auf die Auszahlung des Kaufbetrages hat der Gutscheininhaber auch bei einem Umtausch nicht. Er kann sich lediglich Ersatzware f√ľr die nicht gefallende Ware aussuchen.

Gibt es ein Recht auf Barauszahlung?

Der Gutschein muss vom Unternehmen nicht ausgestellt werden. Kein H√§ndler ist verpflichtet, einen Gutschein in sein Sortiment aufzunehmen. Auch hat der Kunde kein Recht auf eine Barauszahlung des Gutscheinbetrages. Der Gutschein kann lediglich in Ware eingetauscht werden. Ist die Geldsumme eines Gutscheins mit einem Einkauf noch nicht ausgesch√∂pft, ist der H√§ndler sogar berechtigt, einen erneuten Gutschein √ľber die Restsumme auszustellen. Allerdings verzichten viele Unternehmen aus Kulanz darauf und zahlen Restsummen bei Eink√§ufen mit angemessenen Kaufsummen aus.

Wie sind eure Erfahrungen mit Geschenkgutscheinen abseits von Amazon, wo die 10-j√§hrige Einl√∂sefrist ja wirklich hammerhart genial ist? Hattet ihr schon mal einen Gutschein,¬†den ihr nach Ablauf der G√ľltigkeit einl√∂sen wolltet? Wie hat der H√§ndler reagiert?¬†Hattet ihr schon mal einen Gutschein, den ihr aufgrund einer Insolvenz nicht einl√∂sen konntet? Bin gespannt auf eure Erfahrungen

Euer Doc.

allor06

29.05.2017, 10:58 Zitieren #

Sehr informativer Artikel. Danke!

Thegi

30.05.2017, 17:01 Zitieren # hilfreich

Ich finde den Artikel auch sehr gelungen und freue mich √ľber die anderen Erfahrungsberichte.

Ich fang mal an, Douglas habe ich 2 Erfahrungen gemacht:
1) der Gutschein war 2 Wochen abgelaufen, dies war aber kein Problem, es wurde mir ein neuer Gutschein ausgestellt.
2) als ich etwas bei Douglas gekauft hatte, was nicht ganz die Summe des Gutscheins war, sagte mir die Kassiererin, wenn ich noch etwas f√ľr 80cent Kaufe, k√∂nne ich mir die Restsumme des Gutscheins auszahlen lassen. Somit kaufte ich noch eine Gesichtsmaske und habe das Restgeld erhalten anstelle das ich noch einen Restbetrag von 4‚ā¨ und auf der Karte hab. Das war ein sehr netter Hinweis von der Kassiererin.

steinbrei

04.06.2017, 21:29 Zitieren #

Hinweise zur G√ľltigkeit von Gutscheinen:

Wenn ihr zum Beispiel jetzt einen Gutscheine kauft, dann hat dieser eine G√ľltigkeit von 3 Jahren. Das ist die gesetzlich vorgeschriebene G√ľltigkeitsdauer f√ľr Gutscheine.

Da aber diese 3-Jahresfrist erst mit Ablauf des Jahres beginnt, in der der Gutschein gekauft wurde, verfallen die Gutscheine erst zum 31.12.2020.

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Wer mehr zu dem Thema wissen will, erf√§hrt dies in dem Video ‚ÄěWann verfallen Gutscheine?‚Äú der Sendung Markt des WDR vom 15.2.201704:38 Min. | Verf√ľgbar bis 15.02.2018

Gutscheine zu verschenken ist die Geschenkidee, gerade wenn man keine andere hat. Doch oft bleiben sie in der Schublade liegen und werden vergessen. Markt fragt, wie lange man alte Gutscheine noch einlösen kann und welche Rechte man hat.

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/markt/video-wann-verfallen-gutscheine-100.html

Rantamplan

26.10.2018, 18:19 Zitieren #

Jochen Schweizer zielt genau darauf ab, dass die Gutscheine verjähren. Null Kulanz, Hauptsache sie haben ihr Geld. Ich kann nur abraten

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