🥗 Schluss mit Verpackungsmüll in der Gastronomie – Mehrwegalternativen für unterwegs

Update Recht neu scheint der Anbieter Tiffin Loop zu sein. Außerdem habe ich für die Österreicher unter euch noch Skoonu gefunden. Wenn ihr weitere Angebote kennt, dann schreibt uns doch bitte in die Kommentare.
Einige von unseren Redakteuren engagieren sich in ihrer Freizeit und sammeln Müll auf Straßen und Gehwegen ein. Viel besser wäre es doch, wenn dieser gar nicht erst entsteht und dort wild abgelagert wird, oder? Daher möchten wir euch an dieser Stelle ein paar tolle Alternativen zu ToGo-Bechern und Plastikgeschirr vorstellen. Übrigens sind das keine abwegigen Konzepte, sondern Ideen, die die Vorgaben der Bundesregierung, die ab 2023 ohnehin gelten, bereits heute abbilden.

EILMELDUNG: Bundesrat beschließt Mehrwegpflicht für Gastronomie!

Schon heute dürfen kein Plastikgeschirr, -besteck und und keine Plastikstrohhalme mehr verkauft werden. Doch wusstet ihr auch, dass durch das neue Gesetz Restaurants, Cafés und Bistros ab 2023 verpflichtet sind, Coffee-to-go und Take-away im Mehrwegbehältnis anzubieten? Hier gibt es natürlich wieder eine Ausnahme, welche für kleine Betriebe gelten soll – etwa Imbissbuden – mit maximal fünf Beschäftigten und maximal 80 Quadratmetern Verkaufsfläche. Hoffen wir, dass das nicht wild ausgenutzt wird…

Info In Deutschland entstehen täglich 770 Tonnen Verpackungsmüll durch Takeaway-Einwegverpackungen.
Quelle: Bundesregierung.de

Welche Alternativen gibt es denn schon?

Für wiederverwendbare Kaffee-To-Go-Becher oder Mehrweggeschirr haben sich einige Systeme etabliert, die wir euch hier kurz vorstellen wollen.

Los geht’s mit Relevo, denn dort könnt ihr ohne Pfand in teilnehmenden Partner-Restaurants euer Essen mitnehmen. Dazu müsst ihr einfach nur den QR-Code auf dem Geschirr scannen und die Scan-Bestätigung vorzeigen. Nach dem Verzehr gebt ihr einfach das Geschirr in einem weiteren Partner-Restaurant ab.

Relevo_Scanbestaetigung

Revelo Mehrweggeschirr

VYTAL geht einen ähnlichen Weg, denn dort erhaltet ihr die Mehrwegschale oder den Kaffeebecher auch ohne Pfand, indem ihr euch einfach über die VYTAL-App registriert, einen Partner in der Nähe sucht und euer Essen abholt!

VYTAL

Wichtig Wenn du die Schalen bei VYTAL nicht zurückbringst, werden nach 14 Tagen 10€ fällig, damit die Schale ersetzt werden kann und weiter CO2-Emissionen eingespart werden können. Für den Fall der Fälle kannst du die Rückgabefrist auch für 1€ um eine Woche verlängern.

VYTAL Mehrwegbehälter

reCIRCLE geht wie REBOWL & RECUP den Weg über ein hinterlegtes Pfand. Das Prinzip ist hier ähnlich, denn ihr ordert in einem Partnerlokal euer Essen oder euer Getränk, bekommt dies in einer praktischen Mehrwegbox und könnt es so leicht transportieren und unterwegs genießen. Wenn ihr später wieder an einem Restaurant vorbeikommt, gebt ihr die Schüsseln oder Tassen ab und erhaltet euer Pfand zurück.

Die australische Firma HuskeeCup tauscht einfach eure vorhandenen Kaffee-Becher aus. Hier wird also vorausgesetzt, dass ihr bereits einen passenden Becher besitzt und diesen auch dabei habt. Leider habe ich das noch nie testen können, denn in meiner Umgebung gibt es erst ein Café, das die Becher akzeptiert.

Vorteile für die Gastronomie und die Kunden

An dieser Stelle wollen wir uns natürlich noch die Vorteile für euch – also die Kunden – und natürlich die Gastronomie selbst anschauen. Denn die Umwelt wird es euch ohnehin danken, wenn ihr weniger Einwegmüll benutzt und (wild) entsorgt. 

Kundenvorteile

Jeder der sich schon einmal an einem Pappbecher mit Kaffee die Finger verbrannt hat oder mit diesem wabbeligen Ding nicht zurecht kam, wird sich über die neuen Modelle freuen. Denn dort erhaltet ihr eine qualitativ hochwertige Verpackung, die zudem häufig noch auslaufsicher ist und ganz einfach transportiert werden kann. Außerdem – und ja das gibt es wirklich – haben die Schüsseln häufig ein tolles Design und landen durchaus auch im heimischen Küchenschrank. 😉

Vorteile für die Gastronomie

Für die Gastronomie liegen die Vorteile eigentlich auch auf der Hand, denn diese erhalten bei einer Kooperation Geschirr für wenig Geld oder für lau. Außerdem kann die Gastronomie nun auf hochwertige Behälter setzen und damit eine Community mit neuen Kunden aufbauen. Außerdem spricht es natürlich für die Restaurants, wenn diese sich für Nachhaltigkeit engagieren und so den ökologischen Fußabdruck weniger tief hinterlassen. 

So einfach geht’s

Ich muss zugeben, anfangs dachte ich auch noch, dass ich immer eine Schüssel und einen Becher im Rucksack dabei haben muss. Am Beispiel von REBOWL können wir uns aber einmal ansehen, wie zukünftig eine Lösung aussehen kann. 

Ihr habt Lust auf eine Suppe oder einen tollen Salat und bestellt einfach etwas bei einem Partnershop unterwegs. Ihr habt keine Schüssel dabei? Kein Problem, denn ihr könnt auch einfach ein Pfand hinterlegen. Danach erhaltet ihr euer Essen in einer Mehrwegschüssel und gebt diese später einfach zurück und erhaltet euer hinterlegtes Pfand zurück. Eigentlich logisch, oder? 🙂

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt HuskeeCup. Die australische Firma setzt bereits bei der Herstellung ihrer Becher und Teller auf einen nachhaltigen Ansatz, denn diese werden aus „Müll“ bei der Kaffeeherstellung hergestellt. Das hatte vor ca. 3 Jahren auch 1.023 Unterstützer bei Kickstarter (auch mich) überzeugt. Mittlerweile hat HuskeeCup mehrere regionale Kooperationen geschlossen und man kann mit seinem Becher auch schnell einen Kaffee unterwegs genießen.

Kennt ihr noch mehr solcher Mehrwegsysteme oder habt ihr eins der genannten schonmal genutzt? Schreibt eure Erfahrungen und Tipps gerne in die Kommentare!

Piet

03.01.2022, 11:27 #

Perfekt, hoffentlich funktioniert es weltweit

steinbrei

03.01.2022, 11:48 #

Problem dürfte sein, dass mitgebrachte Behälter nicht so einfach genutzt werden dürfen. Da gibt die entsprechenden Hygienevorschriften, die das verhindern. Aber gegen einen Plastikbox, in die man sein übriggebliebenes Essen mit nach Haus nehmen kann spricht nichts. Auch da kann man Verpackungsmüll sparen.

metinmert09

03.01.2022, 15:53 #

Müssten alles mit Pfand sein. Am besten machen es die großen nach. Indem die eigene Schlüsseln herstellen.

mpstuis

03.01.2022, 18:34 #

Tolle Nachhaltigkeitssysteme! Hoffentlich machen viele mit!

simplum

04.01.2022, 00:14 #

Es heißt DAS Pfand, nicht der.

dealomat

04.01.2022, 18:23 #

Vorab, heutiger Wegwerfmüll ist echt Mist.
Allerdings hab ich wenig Bock auf noch mehr Mehrweg-umstand.
Warum wurden nicht schon Systeme entwickelt, die umweltgerecht abbaubar sind ?
Die hochgelobte Ingeneurskunst hätte doch schon längst Stoffe entwickeln können die Einweg genutzt werden und wirklich umweltgerecht abbaubar sind. Die Politik hätte doch schon längst den Weg dafür ebnen können.
Und die Mehrkosten für diese neue Art der Einwegverpackung und -gefäße werden mit Massenfertigung auch sicher erträglich.
M.M.ist das wirklich die einzig sinnige Lösung.
Nicht noch mehr hin und her schleppen von Mehrweg-Gefäßen.

Kess

04.01.2022, 19:15 #

Vytal nutzen wir schon seit längerem. Super Sache.

City87

23.06.2022, 11:27 #

Und dann fährt man extra wieder hin um es abzugeben?

Solange es kein einheitliches System gibt, ist die Idee gut aber nicht ausgereift.

Dann Stelle ich mir auch die Frage, wie die Unternehmen Geld verdienen, wenn die kostenlos das Mehrweg Geschirr zum Gastronomen liefern.

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