Kindle-eBook: Das Mondgeheimnis

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Die Harten unter Euch habe ich in letzter Zeit mit Krimis und Horror genug bedient 😉 . Heute möchte ich mal die bedienen, die es zärtlich und kuschelig haben wollen und ab und zu auch mal eine Träne vergießen möchten:

Das Mondgeheimnis: (Liebesgeschichte)

  • Autor: Stefan M. Fischer
  • Seiten: 278
  • Bewertung / Anzahl: 4,6 / 77

Alena ist eine bildhübsche Studentin, die sich aufgrund eines traumatischen Kindheitserlebnisses der Liebe und dem Leben verschließt. Sie spinnt als Schutz ein Netz aus Lebenslügen um ihre Seele. Doch als sie den Künstler Ondrej kennenlernt, merkt sie, dass sie mehr vom Leben will.

Doch da ist nicht nur ihre emotionslose Beziehung mit Vlado, sondern auch die Sache mit ihrer Mutter – und das Mondgeheimnis.

Leseprobe:

Am Marktplatz fand ein Frühlingsmarkt statt. Die Kirchenpforte öffnete sich und die Besucher der Morgenmesse mischten sich unter das geschäftige Treiben. An den von Kastanienbäumen flankierten Ständen bildeten sich große Menschentrauben. Ein Reiter aus Bronze ragte in der Mitte des Platzes aus der Menge. Das Schwert hatte er hoch zum Kampf gereckt, die Sonne reflektierte darin. Sein Pferd stand auf den Hinterbeinen und scheute. Alena blieb auf der Steintreppe zum Dom stehen und rieb sich die Arme. Sie musste den Marktplatz überqueren, wollte sie keinen Umweg über unbeobachtete Gassen gehen. Wie sie solche Menschenansammlungen hasste. Eine Babischka rempelte Alena eine Stufe hinunter, ohne sich zu entschuldigen. Sie sah über die Oma hinweg und beobachtete einen vollbärtigen Metzger, wie er einen Stein nach einem Hund warf, dessen Rippen unter dem grauen Fell zu sehen waren. Alena wollte es hinter sich bringen, trat entschlossen die Treppen hinunter und drängelte sich durch die Menge. »Bohnen, frische Bohnen!«, krächzte eine dicke Bauersfrau hustend und mit hochroten Wangen. Alena sah neben dem Gemüsestand einen Bettler sitzen, den Kopf an einen der Kastanienbäume gelehnt, vor sich im Schoß eine leere Schale. Das Stimmengewirr wurde lauter und lauter, oder kam es Alena nur so vor? Sie wurde hin und her geschoben. Mal verirrte sich eine fremde Hand an ihren Hintern, mal trat sie in eine Pfütze, mal stieß ein Ellenbogen gegen ihre Brust, schließlich lächelte ein unrasierter Kerl ihr seine Bierfahne entgegen. Dann endlich hatte sie sich durch die Menge gewunden. »Hey, Schnecke! Komm doch mal her«, rief ein Schwarzhaariger. Er lehnte zusammen mit drei Kumpeln an einer Litfaßsäule. »Wir werden sicher unseren Spaß mit dir haben«, grölte er und deutete ihr mit einer Geste an, was er meinte. Die anderen johlten und pfiffen. Alena wich einen Schritt zurück, zog den Satin-Blouson noch enger um den Körper und drehte ihnen den Rücken zu. Rasch bog sie in die nächste Seitenstraße ein, ohne sich noch einmal umzusehen. Als sie das Studentenwohnheim erreichte, stürzte sie in die Eingangshalle und eilte die Treppen hoch. Sie drückte mit dem Rücken die Wohnungstür ins Schloss, sank in die Knie und kam sich vor wie ein Stück Fleisch. Sie fühlte, wie ihr die Tränen über die Wangen rollten und vom Kinn auf die zitternden Fäuste tropften, die sie gegen den Bauch gepresst hielt. »Papa«, murmelte sie. »Ich halte das nicht länger aus.« Mit der Zeit war es ihr gelungen, sich wegzuträumen und die Kindheitserinnerungen zu verdrängen. Dann rasselten die Vergangenheitsgeister mit ihren Ketten und raubten Alena die Seelenruhe. Sie wollte wieder schlafend durch das Leben gehen. Durch die offen stehende Küchentür erspähte sie ein Messer, das auf dem Tisch neben einem Schneidbrett lag. Komm, steh auf und bringe es hinter dich, befahl sie sich. Ein Schnitt und es wäre vorbei. Sie wischte sich mit dem Hemdsärmel die Tränen von den Wangen und ging ins Bad. Abwechselnd duschte sie mit heißem und eiskaltem Wasser. Nach einer Stunde fühlte sie sich noch immer schmutzig.

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PcCondor

24.09.2016, 09:48 Antworten Zitieren #

Vorbei kostet wieder 0,99€😟

    Tippi

    24.09.2016, 09:51 Antworten Zitieren #

    @PcCondor:
    Das ist das Amazon-Schicksal. Aber danke für den Hinweis.

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